Servus, Champions League

Tomme talks Tacheles

Servus, Champions League

30.04.2014 | 11:23 | Kerstin

Wir schreiben den 4.4.2014. Der inoffiziell (da nicht mehr einholbar) gekürte Meistertrainer Pep Guardiola verkündet gerade, dass die Bundesliga nun für den FC Bayern gelaufen sei. Indirekt, und vorallem ungewollt, verkündet er damit aber auch, dass die Bayern ihren Champions League Titel in diesem Jahr nicht verteidigen werden.

Doch zunächst ein Rückblick: Die Wochen zuvor spielte man noch regelmäßig Fußball wie von einem anderen Stern, Fußball 3.0 quasi. So fuhr man beispielsweise eines Abends nach London, um die von Hause aus eher schießwütigen Gunners in Grund und Boden zu zelebrieren. Würden Steuergelder so konsequent und sauber verteilt werden wie Kroos’ Pässe an diesem Abend, könnte man nicht nur Deutschlands Straßen sanieren, sondern halb Europa mit dazu. Ein Robben ging in die Zweikämpfe, als wären seine oft gescholtenen Glasknochen mittlerweile aus Titan und Jungspund Alaba war trotz verschossenem Elfer so abgezockt, als würde er gerade sein 500. Europacup-Match bestreiten. Dazu Sonnenkönig Pep an der Seitenlinie, der mit seiner Strahlkraft sogar seinem eher blassen Gegenüber Wenger einen goldbraunen Teint ins Gesicht zauberte.

Der Frühling ist auch die Zeit des Jahres, in der in Madrid eine ganz spezielle Person in die Gebete mit eingeschlossen wird: die Losfee. Bitte nicht den FC Bayern, bitte nicht La Bestia Negra. Die Wunden, die Effe, Kahn, Jeremies & Co. dem sonst so stolzen weißen Ballett über die Jahre hinzugefügt haben, sind immer noch tief bzw. sie waren es, bis gestern …

Gestern schlugen sie nämlich zurück, die Galaktischen, und revanchierten sich auch im Namen vieler ehemaliger Opfer für dutzende verlorene Schlachten. Man munkelt, dass sich Roberto Carlos einige Male vor Freude in seine voluminösen Oberschenkel gebissen hat.

Robben und das Nachsehen. Im Hintergrund mutieren Ronaldo und Bale zu Best Friends. Foto: JOHN MACDOUGALL/AFP/Getty Images

Robben und das Nachsehen. Im Hintergrund mutieren Ronaldo und Bale zu Best Friends. Foto: JOHN MACDOUGALL/AFP/Getty Images

Bayerische Ohnmacht. Foto: ODD ANDERSEN/AFP/Getty Images

Bayerische Ohnmacht. Foto: ODD ANDERSEN/AFP/Getty Images

 

 

 

 

 

 

 

Vor allem CR7 zeigte übrigens, wieso er in diesem Jahr absolut zu Recht zum Weltfußballer gekürt worden war. Wo war eigentlich Franck, der Liebling der (bayerischen) Massen, in Hin- und Rückspiel? Auch wir lieben den Ribéry, der uns mit seinen abgefahrenen Dribblings verzückt oder im Trainingslager den Bayernbus schrottet. Die längst vergessen geglaubte launische Diva Ribéry, die immer noch wegen der verlorenen Weltfußballerwahl beleidigt zu sein scheint und ihre Fehlpassquote in den letzten Wochen in van der Vaart’ sche Sphären schraubte, finden wir dagegen ziemlich uncool. Auch die Spielerfrauen-Redaktion bekommt nicht immer das, was sie will. So wird der weibliche Teil wohl niemals neben George Clooney aufwachen und die männliche Seite wird vermutlich nie die Chance bekommen, mit Helene atemlos durch die Nacht zu ziehen. Trotzdem stellen wir den Dienst nicht ein.

Fazit: Die starken Madrilenen, der formschwache Franck und andere kleine Faktoren trugen ihren Teil zum Scheitern bei. Die Hauptlast trägt allerdings der sonst so pfiffige Pep. Er nahm viel zu früh den Druck von seinem heranreifenden Diamanten. Alles in allem entstand natürlich trotzdem noch ein glänzender Edelstein, in diesem Jahr allerdings kein Hochkaräter.

Ein niedergeschlagener Pep. Foto: JOHN MACDOUGALL/AFP/Getty Images

Ein niedergeschlagener Pep. Foto: JOHN MACDOUGALL/AFP/Getty Images

 

 

 

 

 

 

 

Foto oben: ODD ANDERSEN/AFP/Getty Images

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