Mia san scho Meister

FC Bayern

Mia san scho Meister

29.03.2014 | 6:50 | Annette

Der 28. Spieltag der Fußball-Bundesliga ist an diesem Wochenende in vollem Gange. Es ist die Endphase einer Saison, die sich im Tabellenkeller zu einem wahren Abstiegskrimi entwickelt – Traditionsvereine wie der Hamburger SV und der VfB Stuttgart mittendrin. An der Spitze marschierten dagegen die Bayern mit einer unglaublichen Dominanz und Selbstverständlichkeit voran, dass es den anderen Vereinen Angst und Bange werden sollte. Diese Übermacht führte dazu, dass bereits am vergangenen Mittwoch – fast zwei Monate vor Saisonende – der Meister gekürt wurde. Die Münchner dürfen sich als frühester Schalengewinner aller Zeiten feiern lassen. Ein weiterer Rekord in einer von Superlativen geprägten Erfolgsliste. Ende? Nicht absehbar. Der “Mia san mia”-Kosmos funktioniert. Und wir wagen einen Blick hinein.

Es war kein leichtes Erbe, das Pep Guardiola im Sommer 2013 antrat. Immerhin befand sich Bayern München noch im Triple-Rausch und auf dem Höhepunkt der Heynckes-Verehrung. Der ehemalige Startrainer des FC Barcelona versprühte aber bereits bei seiner ersten Pressekonferenz Charme und Ehrgeiz. Wow, der Pep hatte Pepp und konnte schon sehr gut deutsch. Wir waren beeindruckt und wussten: Der meint es ernst mit seinem Job!

Die Spieler brauchten ihre Zeit, die Philosophie und die deutsch-spanisch-englischen Hand-Fuß-Anweisungen zu verstehen. Der nationale Supercup gegen Dortmund ging verloren, beim internationalen Wettbewerb gelang aber gegen Chelsea die Revanche für das verlorene Champions-League-Endspiel 2012. Der Bayern-Zug kam so langsam ins Rollen. Der FCB siegte und siegte, allein Freiburg und Leverkusen konnte der Mannschaft ein Unentschieden abtrotzen. In einen Torrausch spielten sie sich gegen Werder Bremen. Endstand: 7:0!

Überragender Spieler war einmal mehr Franck Ribéry, der bei der Wahl zu Europas Fußballer des Jahres weiteren Grund zur Freude hatte: Der Franzose gewann. Eine ungewohnte Niederlage musste er allerdings bei der Weltfußballerwahl einstecken. Die Entscheidung bescherte uns einen weinenden Ronaldo, der die Trophäe stattdessen mit nach Hause nehmen durfte. Szenen der Rührung entstanden auch bei der Bambi-Verleihung, als der aktuelle Bayern-Trainer dem ehemaligen Bayern-Trainer mit den Worten “Für mich persönlich bist du ein großes Vorbild. Fachlich, aber auch menschlich” den Sport-Bambi überreichte. Pep und Jupp und das Reh – bewegender geht es fast nicht.

In der Liga mussten Bayerns Konkurrenten auch um Fassung ringen, denn während sie sich Mitte Dezember abmühten, die Guardiola-Elf einzuholen und dabei scheiterten, verabschiedete sich der Rekordmeister erst einmal nach Marokko, um an der Klub-WM teilzunehmen. “Mia san mia” war auch in Nordafrika erfolgreich, Titel Nummer fünf im Jahr 2013 eingefahren.

Was sich die restlichen Vereine fürs neue Jahr wünschten, ist uns nicht bekannt. Sollte es göttlichen Beistand bei der Jagd nach den Bayern gewesen sein, dann müssen wir festhalten: Der Fußballgott scheint aus dem Süden zu kommen. Störfeuer gab es nur abseits des Rasens. Zunächst einmal musste sich Franck Ribéry nochmals mit den Folgen seiner Prostituierten-Affäre auseinandersetzen, wurde aber vor Gericht freigesprochen. Anders Uli Hoeneß. Der ehemalige Präsident des FC Bayern wandert wegen Steuerhinterziehung hinter Gittern. Zuspruch erhielt er von Ribéry: “Jeder Mensch hat irgendwann Probleme oder macht Fehler. So etwas kann im Leben passieren.” Da scheint jemand aus Erfahrung gesprochen zu haben!

4:0, 5:0 und 6:1 – die Ergebnisse in der Rückrunde sprachen für sich. Bayern München war nicht mehr aufzuhalten. Im Moment haben sie über 20 Punkte Vorsprung auf ihre Verfolger. Lichtblick für die Konkurrenten: Vielleicht schenken die Bayern gegen Ende noch ein paar Punkte her, wie ganz aktuell gegen Hoffenheim, und konzentrieren sich auf die Champions League. Nächste Station da: Manchester! Frei nach dem Motto: Mia san mia und mia machen weiter.

Foto: twitter.com / @FCBayern

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6 − = zwei

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