Bundesliga-Historie

Grundwissen Fußball

Bundesliga-Historie

28.07.2014 | 4:13 | Annette

Happy Birthday, Bundesliga! Heute vor 52 Jahren wurde vom DFB in Dortmund die Einführung der höchsten deutschen Spielklasse beschlossen. Wir blicken zurück auf grandiose Spiele, etliche Freudentränen, faustdicke Überraschungen, bittere Niederlagen und einmalige Rekorde.

Startschuss: Die Bundesliga startete zur Saison 1963/1964. Damals bekam der Gewinner der Partien noch zwei Punkte, und alle Mann mussten durchspielen. Auswechslungen? Die wurden erst 1967 erlaubt, allerdings nur von einem Kicker. Und auch nur, wenn dieser verletzt war. Zum ersten Meister krönte sich der 1. FC Köln. Erster Torschützenkönig wurde Uwe Seeler vom HSV.

Negativ-Rekorde: Tasmania Berlin ist berühmt! Der Grund ist allerdings weniger glorreich, denn der Verein gilt bis heute als der schlechteste Absteiger aller Zeiten. Nach der Drei-Punkte-Regel sammelte die Mannschaft in der Spielzeit 1965/1966 nur magere 10 Punkte. Insgesamt schossen die armen Jungs nur 15 Tore, bekamen aber ganze 108 Gegentreffer. Aber hey, immerhin schaffen sie es mit den Negativ-Rekorden in jede Bundesliga-Historie!

Ich glaub’, mich beißt ein Hund: Derbys zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 waren schon immer hitzig, umkämpft und deshalb legendär. Ein Pottduell sticht aber heraus: 1969 stürmten BVB-Fans den Rasen, nachdem die Gelsenkirchener in Führung gingen. Ordner mit Hunden versuchten, den Mob zu bändigen. Leidtragender war S04-Kicker Friedel Rausch. Der wurde nämlich von einem Vierbeiner in den Hintern gebissen. Aber keine Sorge, der Mann war hart im Nehmen und konnte weiterspielen.

Der Bomber der Nation: 365 Tore in 427 Spielen, allein 40 Treffer in der Saison 1971/1972, sieben Mal Torschützenkönig der Bundesliga. Das ist Rekord. Das ist unvergessen. Das ist Gerd Müller. Und der Bomber der Nation hat einen aufstrebenden Namensvetter: Thomas Müller ist auf dem besten Weg, in die großen Fußstapfen des Stürmers zu treten.

Alkohol und seine Folgen: Im Bremer Weserstadion waren gerade einmal 32 Minuten gespielt, als Schiri Wolf-Dieter Ahlenfelder 1976 zur Halbzeit pfiff. Nach einer kurzen Unterredung ließ er sich überzeugen, dass noch 12 Minuten zum Gang in die Kabine fehlten. Da war wohl jemand durch den Wind! Oder besser gesagt: alkoholisiert. Der Referee gab zu, dass er im Vorfeld der Partie Hochprozentiges konsumiert hatte.

Der Schöne aus England: Er kam, spielte, sang und löste weibliche Jubelschreie aus. Als Kevin Keegan 1977 zum Hamburger SV wechselte, führte er nicht nur die Mannschaft zum ersten Bundesliga-Titel, sondern eroberte auch die Musikcharts. Sein Song “Head over Heals in love” schaffte es in die deutschen Top 10.

TV-Revolution: Das Nachholspiel zwischen Bayern München und Borussia Mönchengladbach 1984 wurde von der ARD live und in voller Länge übertragen. Heribert Faßbender kommentierte. Ein Novum. Und die Zuschauer wurden nicht enttäuscht, schließlich endete die Partie mit einem torreichen 3:2.

Andreas Möller und die Schwalbe: Dirk Schuster vom Karlsruher SC lief auf Andreas Möller zu, dieser ließ sich im Strafraum fallen, obwohl so gar kein Körperkontakt zustande gekommen war. Die Entrüstung war groß, als der Schiri trotzdem auf den Punkt zeigte. Möller erklärte später, dass er sich habe schützen wollen und deshalb umgefallen sei. Aha. Gebracht hat es ihm wenig, denn er wurde im Nachhinein für seine unfaire Aktion für zwei Spiele gesperrt.

Sensation in der Pfalz: In der Saison 1996/1997 noch in der Zweiten Bundesliga am Start, im darauffolgenden Jahr Meister der höchsten deutschen Spielklasse. Das gab es noch nie. Der 1. FC Kaiserslautern gewann 1998 als Aufsteiger sensationell den Titel.

Verschnupfter Christoph Daum: “Ich tue das, weil ich ein absolut reines Gewissen habe.” Das gab Christoph Daum bei einer Pressekonferenz 2000 zu Protokoll, nachdem er eine Haarprobe abgegeben hatte, um den Drogen-Vorwürfen entgegenzutreten. Dem damaligen Trainer von Bayer Leverkusen und designierten Bundestrainer wurde jedoch Kokain-Konsum nachgewiesen. Folge: Leverkusen ade, Nationalelf ade.

Meister der Herzen: Was war das für ein Drama am letzten Spieltag der Saison 2000/2001. Der FC Schalke 04 sah sich schon als Meister, die Fans und die Mannschaft feierten, als auf der Videoleinwand die letzten Sekunden des Parallelspiels zwischen dem Hamburger SV und Bayern München gezeigt wurde. Und sie waren damit live dabei, als der FCB durch einen Freistoß in der vierten Minute der Nachspielzeit zum Ausgleich traf und damit die Schale nach München holte. Die Enttäuschung kannte keine Grenzen mehr.

Kopfnuss-Affäre: Die Protagonisten? Albert Streit vom 1. FC Köln und Norbert Meier vom MSV Duisburg. Der Spieler und der Trainer gerieten 2005 aneinander, als Meier seine Kopfnuss auspackte und dann aber das Opfer spielte und zu Boden ging. Streit wurde mit Rot vom Platz gestellt. Den Fernsehkameras entgeht aber natürlich nichts, sodass Meier für sein Verhalten zunächst von seinem Verein suspendiert wurde und dann vom DFB ein dreimonatiges Berufsverbot erhielt.

Triple in der Jubiläumssaison: 2013 kürte sich Bayern München in der 50. Bundesliga-Spielzeit nicht nur zum Meister, sondern ebenso zum DFB-Pokal- und zum Champions-League-Sieger. Das ist zuvor noch keiner deutschen Mannschaft gelungen. Ein perfekter Abgang für Bayern-Coach Jupp Heynckes.

Foto: picture-alliance / dpa

 

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