Die Leiden des Mario G.

Pechvogel des Jahres

Die Leiden des Mario G.

28.05.2014 | 2:19 | Annette

Bei den Panini-Bildern fehlte sein Porträt, und auch die Suche nach seinem Namen im WM-Aufgebot von Jogi Löw blieb erfolglos. Mario Gomez fährt nicht mit nach Brasilien. Wir blicken auf eine Saison großer Ambitionen und noch größerer Enttäuschungen.

Rudi Völler hatte 2003 bei Waldemar Hartmann lautstark und wild gestikulierend die Medien kritisiert, die aus Tiefpunkten immer noch tiefere Tiefpunkte machten, um eine Schlagzeile zu produzieren. Da hatte unser ehemaliger Bundestrainer irgendwo auch recht. Doch die Situation von Mario Gomez verleitet uns gerade dazu, vom tiefsten Tiefpunkt seiner bisherigen Karriere zu sprechen. Was für ein Seuchenjahr für den gebürtigen Unlinger, der 2013 vom FC Bayern zum AC Florenz wechselte.

Der Auftakt in Italien war geglückt. Tausende Tifosi zollten dem Stürmer bei seiner Vorstellung Respekt, er glänzte als Halbspanier mit passablen Italienischkenntnissen, das lila Trikot stand ihm ausgezeichnet. Nur leider trug er es im Laufe der Saison viel zu selten. Fast die gesamte Hinrunde fiel Gomez aus, und nachdem er sich in der Rückrunde wieder herangekämpft hatte, machte das Knie erneut Probleme. Krisen sind Gomez nicht unbekannt. Bei den Bayern unter Louis van Gaal saß er zunächst nur auf der Bank, allein Personalnot im Sturm brachten ihn ins Team zurück. Er kämpfte und erspielte sich einen Stammplatz. Mit 28 Toren wurde er 2010/11 Torschützenkönig der Bundesliga.

ACF Fiorentina v Cagliari Calcio - Serie A

Das Fighten brachte ihm in diesem Frühjahr nicht viel, der Körper spielte einfach nicht mit. Höhepunkt der Leidenszeit: die Nichtnominierung zur anstehenden WM. Nicht einmal in den erweiterten Kader hat er es geschafft. Die eine, hauptsächlich männliche Seite sieht sich bestätigt, hat sie doch noch immer Gomez’ Stolperer im EM-Spiel gegen Polen 2008 im Gedächtnis. Die andere, vorwiegend weibliche Front wird seinen Adonis-Körper in Brasilien irgendwie vermissen. Mit nacktem Oberkörper müssen andere glänzen (wir schlagen da seinen Namensvetter Mario Götze vor), die Trends in Sachen Frisur wird wohl Marco Reus setzen. Und die Tore? Die soll Miro Klose machen, der auch noch nicht so richtig fit ist, aber das Vertrauen des Bundestrainers genießt. Und dieser Klose kann Gomez Hoffnung geben: Auch mit 36 kann man noch Weltmeisterschaften spielen!

Fotos: Julian Finney/Getty Images; Gabriele Maltinti/Getty Images

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