Wer ist Thomas Müller?

Interview

Wer ist Thomas Müller?

28.03.2014 | 11:58 | Natalia

Was ist typisch deutsch? Sauerkraut, Lederhosen und Humorlosigkeit! So oder so ähnlich würde die Antwort wohl jenseits unserer Grenzen lauten. Entspricht das der Wahrheit, ist es ein Klischee? Der Dokumentarfilm “Wer ist Thomas Müller?”, der seit dieser Woche in den Kinos läuft, geht auf die Suche nach dem Durchschnittsdeutschen. Eins ist sicher: Er hört auf den Namen … genau, Thomas Müller! So hat Regisseur Christian Heynen einer Auswahl der 50.000 Namensvettern einen Besuch abgestattet, darunter auch dem Fußballprofi vom FC Bayern München. Wie tickt er denn nun, der typisch deutsche Bürger? Wir haben mit dem Filmemacher gesprochen.

 

 

Die Spielerfrau: Herr Heynen, der Durchschnittsdeutsche ist eine Frau. Wird es einen nächsten Film über Sabine Müller geben?
C.H.: Bei diesem Projekt hab ich mich in der Tat auf den männlichen Durchschnittsdeutschen konzentriert, sicherlich auch weil es einen so berühmten Fußballer mit dem Durchschnittsnamen Thomas Müller gibt, an den wir alle zuerst denken. Trotzdem wäre ein Blick auf Deutschland unvollständig, wenn nur Männer zu Wort kommen würden. Deswegen war es mir ja auch so wichtig, eine Sabine Müller als Durchschnittsdeutsche zu besuchen.

Die Spielerfrau: Normalerweise suchen Dokumentarfilmer ja gerade nach dem Außergewöhnlichen. Wie viel sagt denn ein Durchschnitt wirklich aus?
C.H.: Der Durchschnitt ist ja für mich das Sprungbett, das ich hinterfrage. Sind wir wirklich so? Der Startschuss für meine Odyssee, die mich von einem Thomas Müller zum nächsten treibt. Und nie habe ich einen Thomas Müller gefunden, der der Statistikschablone entsprochen hat. Gott sei Dank! Sondern es waren allesamt ganz unterschiedliche Personen, ob Soldat, Banker, Musiker, Koch, Pfarrer, Comedian, Fußballer … Alle irgendwie typisch deutsch und doch typisch anders.

Die Spielerfrau: Mit Sicherheit gehört Fußball zu den liebsten Freizeitbeschäftigungen des Durchschnittsdeutschen. Warum eigentlich? Sind auch Sie dem runden Leder verfallen?
C.H.: Ich glaube, dass Fußball aufgrund unserer Geschichte mehr als in anderen Ländern ein Ventil für Nationalstolz war und auch immer noch ist. Darüber hinaus ist es einfach eine faszinierende Sportart zum Spielen und Zuschauen, wobei meine Ambitionen immer recht bescheiden waren. In der Schule musste ich ins Tor, was ja schon einiges aussagt.

Die Spielerfrau: Nationalspieler Thomas Müller wirkt wie immer extrem gut gelaunt, aufgeschlossen und fast ein bisschen kindlich. Können Sie diesen Eindruck bestätigen? Passen diese Attribute zum Durchschnittsdeutschen, dem man im Allgemeinen ein eher nüchternes Gemüt nachsagt?
C.H.: Thomas ist oft gut gelaunt und wenn er Spaß an einer Sache hat, dann macht er auch mit, auch wenn er dadurch keinen Vorteil hat, wie bei meinem Dokumentarfilmprojekt. Bei seinem engen Terminkalender war das keine Selbstverständlichkeit, aber er fand die Idee einfach gut. Bei aller guten Laune darf man aber nicht übersehen, dass Thomas auch sehr smart ist. Er weiß sehr genau, was er sagt und macht, ohne aber etwas vorzuspielen. Das ist die Faszination Thomas Müller.

Die Spielerfrau: Nationalspieler Thomas Müller und Sie trafen sich zu einem Interviewtermin zufällig im Partnerlook. Konnten Sie weitere Gemeinsamkeiten erkennen?
C.H.: Ja, das war schon sehr kurios und nicht abgesprochen. Ich muss immer schmunzeln, wenn ich die Szene im Film sehe. Aber ob es über die gemeinsame V-Pulli Vorliebe weitere Parallelen gibt, mag ich nicht beurteilen. Er steht viel mehr in der Öffentlichkeit, als ich es tue, und ist dementsprechend auch sehr viel zurückhaltender mit öffentlichen Meinungsäußerungen und persönlichen Infos. Aber was ich in der kurzen Zeit feststellen konnte: Thomas ist wirklich ein authentischer Typ und ich glaube, das ist das Geheimnis seiner Popularität. Er ist gradlinig und dabei sympathisch locker.

Mehr Infos zum Film und einen Test hinsichtlich deiner deutschen Eigenschaften findest du auf www.wer-ist-thomas-mueller.de

 

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