Seifenoper-Geschichten: Der 9. Spieltag

Spieltagsanalyse

Seifenoper-Geschichten: Der 9. Spieltag

27.10.2014 | 2:26 | Kerstin

Samstagskracher in der Bay-Arena. Das ließ sich “Knallhanoglu“ nicht zweimal sagen und versorgte den linken Torwinkel mit kunststoffhaltiger Nahrung. Oder anders: Er überwand die aus seiner Sicht läppisch anmutende 3-Mann Mauer und war der Torschütze des Tages. Auch Jedvajs Harakiris Aktion, der Kirchhoffs Knöchel einem derben Stresstest unterzog und Leverkusen eine Endphase in Unterzahl bescherte, änderte nichts mehr am verdienten Sieg der Werkself. Bayer 04 Leverkusen – FC Schalke 04, 1:0.

“Verbotene Liebe“ in Berlin: Lasoggas Rückkehr zu “seiner“ Hertha endete mit einer Klatsche für den HSV. Ben-Hatira (doppelt) und Heitinga trafen für die alte Dame und bescherten Kloppos Homie Joe Zinnbauer Kopfzerbrechen. Aber „Unter uns“: Mehr war für den schwachen HSV auch nicht drin an diesem Samstagnachmittag. Hertha BSC – Hamburger SV, 3:0.

gündoganGute Zeiten, schlechte Zeiten auch in Dortmund. Während der BVB trotz ansprechender Leistung vergaß die Überlegenheit in Tore umzuwandeln, stand wenigstens das Comeback des lange verletzten Gündogans auf der Habenseite. Gerüchte, dass Kloppo den Deutsch-Türken direkt aus dem “The Biggest Loser”-Camp habe abholen lassen, konnten noch nicht bestätigt werden. Borussia Dortmund – Hannover 96, 0:1.

Die größte Soap des Spieltags fand allerdings in Frankfurt statt. Beide Teams duellierten sich mit heruntergelassenem Visier und versetzten die Zuschauer in ein Wechselbad aus Adrenalinrausch und Angstschweiß. Am Ende verbuchte Armin Veh drei wichtige Punkte an alter Wirkungsstätte – und sein neues Team bekommt zum zweiten Mal in Folge ein Sternchen für seine Moral. Eintracht Frankfurt – VfB Stuttgart, 4:5 (!).

Stürmische Zeiten an der Weser. Das als Flutlicht-Schlacht angekündigte Endspiel entpuppte sich als müdes Mittelfeldgeplänkel. Rot-weißer Granit gepaart mit grün-weißer Hilflosigkeit ließen es dann zu Dutts Abschiedsspiel (exklusive Ehrenrunde) werden. Man darf gespannt sein, was das neue Duo Skripnik/Frings aus dieser Mannschaft herausholen kann. Werder Bremen – 1. FC Köln, 0-1.

In den nächsten Tagen erscheint die Biografie von Kevin De Bruyne. Im Alter von 23 Jahren. Kann man machen, muss man aber nicht. Ziemlich offenherzig erzählt er darin, wie ihn seine damalige Freundin zu Bremer Zeiten hintergangen hat. Den Schock scheint der Rotschopf aber gut überwunden zu haben, denn auch am Sonntag zog der junge Belgier wieder gekonnt die Fäden im Wolfsrudel und brillierte als gäbe es kein Morgen mehr. Auch wenn es sich etwas paradox liest, aber allein Torhüter Karius ist es zu verdanken, dass Mainz am Ende nur drei Zähne gezogen wurden. VFL Wolfsburg – 1. FSV Mainz 05, 3:0.

Klare Verhältnisse auch in Augsburg. Jungstar Baba spielte auf links wieder gewohnt überragend den Babo, Verhaegh zeigte wieso er bei jedem Elfer-Shootout als Topfavorit ins Spiel gehen würde, und TipTop Altintop zerstörte mit dem 2:0 die Hoffnungen der harmlosen Freiburger auf einen glücklichen Punktgewinn. Gewohnt authentisch analysierte Freiburgs Coach Streich auch deswegen nach dem Schlusspfiff: „Mir sin heut halt net so in die Zweikämpf neikumme.“ Alles klar, Christian… FC Augsburg – SC Freiburg, 2:0.

Im Topspiel des Spieltags zeigten die Fohlen, wieso ihr derzeitiger Tabellenstand kein Zufall ist. Die Bayern konnten sich bei einem Neuer in WM-Form bedanken, dass es nicht zur ersten Saisonniederlage kam. Nach anfänglicher Zurückhaltung entwickelte sich ein hochklassiger Schlagabtausch auf Augenhöhe, bei dem Hahn, Raffael & Co. die Bayern-Abwehr mehrere Male gewaltig ins Schwimmen brachten. Seepferdchen für Pep und ein mehr als verdienter Punkt für die Borussia. Borussia Mönchengladbach – FC Bayern München, 0:0.

Viel Action auch in Sinsheim. Temporeiches Spiel, ein verschossener Elfmeter, unzählige Pfostentreffer und Vollands erstes Saisontor standen am Ende beim etwas glücklichen Hoffenheimer Heimsieg zu Buche. Glücklich nicht aus spielerischer Sicht, aber Bulldozer Vestergaard hätte mit seinem Einsteigen im Sechzehner kurz vor Schluss auch ein kleines Einfamilienhaus einreißen können. Somit kann die stumm gebliebene Pfeife von Schiri Hartmann durchaus als “Pfusch am Bau“ bezeichnet werden. TSG Hoffenheim – SC Paderborn 07, 1:0.

Wir bedanken uns bei unserem Gastautor Tomme Tacheles für diese Spieltagsanalyse!
:)

Foto: picture alliance / bild pressehaus

 

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