Realer Wahnsinn in Madrid

Kommentar

Realer Wahnsinn in Madrid

24.09.2014 | 11:46 | Annette

Real Madrid gewann 5:1 gegen den FC Elche. Es folgte ein 8:2-Triumph bei Deportivo La Coruña. Eine Galavorstellung. Ein Torfestival. Eine Demonstration. An diesem Wochenende freuten sich die Madrilenen über einen 2:0-Erfolg bei Villarreal. Doch kann man sich als gemeiner Fußballfan für einen Verein begeistern, dessen Schuldenstand auf 602 Millionen Euro geschätzt wird? Darf man eine Mannschaft unterstützen, deren Arbeitgeber das Financial Fairplay mit Füßen tritt?

Mit Real Madrid ist das so eine Sache. Der Verein ist laut einer internationalen Studie der umsatzstärkste Club der Welt. Gleichzeitig soll aber der Schuldenberg auf sage und schreibe 602 Millionen Euro angewachsen sein. Präsident Pérez lächelt die vermeintliche finanzielle Krise einfach weg. Schulden? Schulden kennt Pérez nicht. Nachprüfen kann man die wirtschaftlichen Verhältnisse nur schwer. Denn Real Madrid ist genauso wie der FC Barcelona noch immer als gemeinnütziger Verein eingetragen – nicht als Aktiengesellschaft, wie es der spanische Staat eigentlich fordert. Der Vorteil für Madrid? Die Konten sind so alles andere als transparent.

Fakt ist jedoch, dass Real vor einigen Jahren sein gesamtes Trainingsgelände verkaufen musste. Im Moment verhandelt der Verein über die Namensrechte des Stadions. Heißester Anwärter scheint aktuell Abu Dhabi zu sein. Aus Estadio Santiago Bernabéu könnte also schon bald Abu Dhabi Santiago Bernabéu werden – für 500 Millionen Euro bis 2035.

Geld für Neueinkäufe scheint Madrid dennoch zu haben. Erst im Sommer wurden James Rodriguez und Toni Kroos verpflichtet. Dafür jedoch Xabi Alonso und Angel die Maria verkauft. Die Ablösesummen einfach mal zur Tilgung der Schulden benutzen? Natürlich nicht, schließlich gibt es ja laut Pérez gar keine negativen Zahlen. So läuft das bei Real. Läuft es so wirklich im modernen Fußball? Auch Barcelona hatte schon Probleme mit der Einhaltung des Financial Fairplays. Richtige Strafen für den Verstoß? Gar einen Ausschluss aus der Champions League? Das kann sich die UEFA gar nicht leisten bei diesen großen Namen. Die Fans wollen doch Ronaldo, Bale oder Messi so oft wie möglich zaubern sehen.

Real Madrid steht auf einem wackligen Gerüst. Aber dieses Gerüst steht noch – bis jetzt. Und die Teams der Bundesliga müssen sich international mit dem Verein auseinandersetzen – egal, wie dieser wirtschaftet. Beim Aufeinandertreffen zählt nur die Leistung auf dem Platz. Die finanziellen Umstände interessieren da weniger. Leider. So ist Real Madrid amtierender CL-Sieger. Der Erfolg gibt dem Verein und seiner zweifelhaften Politik Recht. Traurig, aber wahr.

Foto: picture alliance / CITYPRESS 24

2 Antworten zum Thema “Realer Wahnsinn in Madrid

  1. Real kauft irgendwie meistens nur Stürmer. Ja klar. Da schenkt man La Coruna schonmal 8 Buden ein. Die spanische Liga ist oben sehr stark, aber unten halt auch sehr schwach. Real spielt für die CL, da werden wir jetzt sehen, ob sie so weitermachen wie zuletzt…

    1. R.Diablo sagt:

      Ich finde es unglaublich dass hier in der deutsche presse immer wieder mit sogenannten fakten gearbeitet wird.
      Ich frage mich auch immer wieder wie zb der Verfasser dieser Artikel auf der zahl 602 gekommen ist, ich kann es sagen von eine Zeitschrift aus Spanien der seit der Ernennung der neue President immer wieder solche negativ aussagen macht. Ob das der richtiger art von presse ist den man kopieren sollte?
      Übrigens dieser spanische Zeitung hat seine Informationen von der alte President der bei den letzten Wahl verloren hat.

      Und noch was zur Financial Fair Play, Madrid hat in dieser sommer eine kleinerer minus beim Transfers gemach als BVB und das ist fakt.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


sechs − = 4

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>