Keiner kämpft wie Khedira

Champions League

Keiner kämpft wie Khedira

24.05.2014 | 11:58 | Annette

Heute steht Real Madrid im Champions-League-Finale gegen Atlético, und im Kader befindet sich kein Geringerer als Sami Khedira. Er ist zurück. Er ist fit. Er ist bereit. Und er ist vor allem heiß. Heiß auf Titel.
Rückblick:Es war im vergangenen November. Beim Spiel der Nationalelf gegen Italien verletzte sich Sami Khedira schwer. Die bittere Diagnose: Kreuzbandriss. Ein Schock für Deutschland. Eine WM mit dem ehemaligen Stuttgarter?  – Eher unwahrscheinlich. Gar utopisch?  Ein halbes Jahr, so sagt man, braucht ein Fußballer nach einem Kreuzbandriss, um wieder mit dem vollen Training beginnen zu können. Eigentlich ein weiteres halbes Jahr, um zu alter Stärke zurückzufinden. Khedira hatte aber ein klar definiertes Ziel vor Augen: Brasilien. Und so begann ein Kampf gegen die Zeit, ein Kampf um Genesung und das Turnier am Zuckerhut.  Aufgeben? – Niemals.

Mit dem Weltmeister-Ziel vor Augen schuftete Khedira zielstrebig und konzentriert. Khedira, das Kampfschwein. Seine Verbissenheit führte aber zunächst zu Rückschlägen. Er wollte in der Reha seine Fortschritte erzwingen und erreichte das Gegenteil. Die Weihnachtstage mit der Familie und seiner Freundin Lena Gercke brachten dann die Wende. Sein Knie hatte sich durch die Ruhe merklich erholt, und Khedira erkannte, dass er vor allem eins brauchte: Geduld. Und den Glauben an das “Wunder”. In Donaustauf erhöhte er langsam sein Pensum. Die Folge: keine Schmerzen, keine Schwellungen. Zuversicht. Immer wieder reiste er zur Kontrolle nach München zu Dr. Müller-Wohlfahrt, dem Arzt seines Vertrauens.

Real Club Celta De Vigo v Real Madrid CF - La Liga

Khedira war im Plan. Im März begann er mit dem Lauftraining und stieg drei Wochen später bereits wieder ins Mannschaftstraining ein. Für Löw ließ er Videos drehen. Er engagierte Oberligaspieler, die mit ihm das Zweikampfverhalten übten und den Ernstfall probten. Die Tapes bekam der Bundestrainer, als wolle er damit sagen: “Hey, ich bin noch da. Ich will es nach Brasilien schaffen”. Für seinen Ehrgeiz und seine Hingabe wurde Khedira nun belohnt. Gegen Celta de Vigo feierte er fünf Wochen vor Beginn der WM sein Comeback in der Primera Division. Jogi Löw glaubt an seinen Schützling und hat ihn für den Kader nominiert. Er hält große Stücke auf den Mittelfeld-Strategen. Mit Khedira im Zentrum hat er mehr Optionen, denn dieser ist Kopf, Lenker und Abräumer. Und hat die Gabe, seine Kollegen mitzureißen. Khedira 1, Kreuzband 0. Wir freuen uns deshalb auf einen möglichen Einsatz Khediras heute Abend im Finale der Champions League und auf viele gelungene Auftritte in Brasilien. Sami, du hast es dir verdient!

Fotos: Getty Images Sport / Juan Manuel Serrano Arce; Getty Images Sport / Claudio Villa; Alex Livesey/Getty Images

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