Mythos Maracanã

WM-Stadion

Mythos Maracanã

24.04.2014 | 3:02 | Natalia

Stadion ist nicht gleich Stadion. Das Estádio Municipal do Maracanã ist ein Wahrzeichen, eine Legende, ein Fußballtempel, der mehr als ein Mal Geschichte geschrieben hat. Die berühmte Salatschüssel in Rio de Janeiro wurde im Juni 1950 eröffnet. Nur einen Monat später unterlag die brasilianische Nationalmannschaft dort vor unfassbaren 200.000 Zuschauern der Elf aus Uruguay mit 1:2 – ein Trauma, dessen Stachel bis heute tief sitzt.
Unvergessen ist nicht nur diese Niederlage vor Rekordkulisse, sondern auch die eigentümliche Architektur des Stadions: Die ersten Reihen des Zuschauerbereichs lagen tiefer als der Rasen, sodass die Besucher geradewegs auf die Fußballschuhe ihrer Helden blickten. Nach dem Einsturz einer Tribüne im Jahr 1992, bei dem drei Menschen ums Leben kamen, wurden sämtliche Stehplätze abgeschafft und das Fassungsvermögen radikal reduziert. Die kuriose Position der ersten Reihen verschwand allerdings erst nach 2000, als Maracanã umfassend renoviert und der Innenraum samt Rasen tiefergelegt wurde.
Zwischenzeitlich sorgten Musikgrößen wie Frank Sinatra, die Rolling Stones oder a-ha dafür, dass die Ränge bebten und Papst Johannes Paul  II. dafür, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können.
Und heute? Zur WM fasst der legendäre Pott immerhin noch rund 80.000 Zuschauer. Nach der kompletten Sanierung des Stadions monieren viele, das sei nicht mehr Maracanã. Zu viele Veränderungen, zu starkes Facelifting. Proteste gab es auch, weil eine ganze Favela dem Bau von neuen Parkplätzen weichen musste.
Für die Spieler ist Maracanã aber noch immer ein Mythos. Und der wohl würdigste Ort, um ein WM-Finale auszutragen. Die deutsche Elf könnte den heiligen Rasen bereits im Viertelfinale testen. Hoffentlich nicht zum letzten Mal. Am 13. Juli gibt es gleich die nächste Gelegenheit. Also Jungs, schreibt das nächste Kapitel der bewegten Geschichte von Maracanã!

Titelbild: YASUYOSHI CHIBA/AFP/Getty Images

Eine Antowort zum Thema: “Mythos Maracanã

  1. […] haben euch bereits in Vorbereitung auf die WM das Finalstadion in Rio de Janeiro vorgestellt. Heute präsentieren wir in unserer neuen Reihe […]

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