Angstgegner USA???

WM 2014

Angstgegner USA???

23.06.2014 | 1:59 | Natalia

Nach dem Unentschieden der deutschen Mannschaft gegen Ghana wird es am Donnerstag nochmal richtig spannend. Schlecht für unsere Nerven, hoffentlich gut für das Spiel. Der Gegner: Jürgen Klinsmanns US-Boys. Und jetzt mal ganz ehrlich: Diese Elf wurde doch im Vorfeld als der schwächste Gruppengegner eingeschätzt. Für die Amerikaner war international bislang das Erreichen des WM-Viertelfinals im Jahr 2002 das Höchste der Gefühle. Damals scheiterte man … ja, richtig, an Deutschland. Und als unsere Jungs 2006 das Sommermärchen lebten, war das US-Team längst wieder über den großen Teich geflüchtet. Gruppenletzter, das saß! Ein gefundenes Fressen für alle, die nichts anderes als ein fußballerisches Entwicklungsland in der sonst so großen Sportnation sahen. Basketball, Baseball, Football, Leichtathletik – ok. Aber Fußball = Soccer? Dabei hatten diverse Achtungserfolge, zum Beispiel gegen hochfavorisierte Portugiesen, längst gezeigt, dass die USA auf dem Rasen immer für eine Überraschung gut waren. Und in Brasilien? Die Spielerfrau macht den Check.

Der Trainer:
Ausgerechnet ein Deutscher! Klinsi, lange Zeit selbst ein Teil der deutschen Nationalmannschaft, später deren Trainer, kennt unsere Jungs in- und auswendig. Umgekehrt kann man das von Jogi Löw nicht behaupten.

Die Sensation:
Landon Donovan, 32, über Jahre absoluter Führungsspieler des Teams, wurde von Klinsi für die WM nicht einmal nominiert. Stattdessen setzte dieser auf junge Nachwuchstalente. Das sorgte für viel Wirbel und Kritik.

Das Team:
Statt viele erfahrene Kicker aus Top-Ligen mitzunehmen, setzt der Coach vornehmlich auf Talente der US-Liga MLS. Dass das Niveau dort ein anderes ist als beispielsweise in Südamerika und Europa, kann man sich denken. Dennoch überzeugten die Spieler, die vor der WM als “Mittelmaß” eingestuft wurden, in ihren bisherigen Begegnungen. Mit dabei: das 19-jährige Küken Julian Green vom FC Bayern München. Physisch sind die Amerikaner stark, und auch an Siegeswille mangelt es nicht. Wer zudem Gruppe H verfolgt hat, wird das Erreichen des Viertelfinals für durchaus machbar halten.

Und am Donnerstag?
Nun ja, die Konstellation ist … sagen wir mal interessant. Sowohl den USA als auch Deutschland würde ein Unentschieden für den Einzug ins Achtelfinale reichen. Es wird also befürchtet, der Nichtangriffspakt von Gijón könnte eine Neuauflage erfahren. Dagegen spricht, dass beide Trainer bereits angekündigt haben, voll auf Sieg zu spielen. Jogi und Jürgen wollen sich nichts schenken. Wer gewinnt, wird Gruppensieger. Wer verliert, ist vom Ausgang des Parallelspiels Ghana – Portugal abhängig. Spielen diese beiden unentschieden, sind die beiden raus. Gibt es einen Sieger, muss der sich dem Torvergleich mit dem Verlierer Deutschland – USA stellen. Hoffen wir, dass es für unsere Elf nicht so weit kommt. Falls doch, könnten die vier Tore gegen Portugal Gold wert sein und Thomas Müller als Retter unserer Fußballehre in die Geschichte eingehen.

Foto: AFP PHOTO / ODD ANDERSEN

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