Wo ist nur der tolle Angriffsfußball geblieben, BVB?

Kommentar

Wo ist nur der tolle Angriffsfußball geblieben, BVB?

23.03.2015 | 1:02 | Annette

Es gab Phasen in dieser Saison, in denen man richtig Angst haben musste um Borussia Dortmund. Würde das Unvorstellbare eines Abstiegs tatsächlich Wirklichkeit werden? Diese Angst – so unfassbar, aber dennoch präsent sie auch war – ist nun beim Blick auf die Tabelle verschwunden. Acht Punkte hat das Team von Jürgen Klopp Vorsprung auf den Relegationsplatz – da dürfte nichts mehr anbrennen im Pott. Die Blicke der Schwarzgelben richten sich dagegen wieder nach Europa. Der Bundesliga würde ein starker BVB auf jeden Fall gut tun. Vielmehr als der Erfolg wird jedoch das attraktive Offensivspiel der Borussen vermisst. Und bei aller Aufbruchsstimmung in Dortmund: Diese große Stärke des Clubs ist immer noch verschwunden.

Das Team von Borussia Dortmund zeichnete in den vergangenen Jahren dadurch aus, dass es schnell umschalten konnte und mit jeder Menge Tempo Angriffsaktionen auf den Rasen zauberte. Da wusste jeder Spieler, wo sich sein Kollege befand, da gab es Anspielstationen und Ideen zuhauf. Hinten wackelte schon einmal die Abwehr, Gegentore wurden kassiert, aber die Mannschaft wusste: Wenn wir einen reinkriegen, dann sind wir vorn zu jeder Zeit in der Lage, zwei, drei oder mehr Treffer zu erzielen. Dieses Selbstverständnis existiert nicht mehr. Mehr noch: Die BVB-Offensive wirkt in dieser Saison oftmals steif, behäbig und unkreativ. Fällt Marco Reus nichts ein, hat er einen schlechten Tag oder wird vom Gegner gedeckt, dann passiert herzlich wenig. Wo ist das Feuerwerk des schönen Fußballs geblieben?

Robert Lewandowski hat es eingepackt und das Revier Richtung München verlassen. So einfach? Fakt ist, dass Lewandowski beim BVB nicht nur der Vollstrecker und Torgarant war, sondern auch das taktische Mittel im Angriffsspiel, das den Weg zur Tormöglichkeit ebnete. Der Pole war mit dem Rücken zum Tor immer anspielbar und entschied dann je nach Situation, ob er sich drehen und direkt seine Chance sucht sollte oder ob er wartete, bis seine Mitspieler nachrückten, um sie dann zu bedienen und sich selbst in eine bessere Schussposition zu bringen. Robert Lewandowski nahm eine zentrale Rolle im Offensivspiel des BVB ein. Während die Dortmunder den Weggang von Mario Götze gut verkrafteten, wirkt sich gerade deshalb der Verlust von Lewandowski schwerwiegender aus. Und das zeigt sich immer deutlicher.

Ciro Immobile wurde als Ersatz aus Italien geholt, aber er wirkt noch immer wie ein Fremdkörper im Mannschaftsgefüge. Mittlerweile kommt er nur noch selten zu Einsätzen, genau wie Adrian Ramos. Im Sturm gesetzt ist Pierre-Emerick Aubameyang, besser bekannt als Batman. Der Gabuner ist aber ein ganz anderer Spielertyp als Lewandowski. Seine Superkraft ist seine Schnelligkeit. Die ist aber bei tief stehenden Gegnern wirkungslos, weil diese der Borussia keine Räume lassen, in die Aubameyang stoßen könnte. Aus Batman wird dann ein Stürmer, der im Angriffsspiel untergeht und seiner Mannschaft keine Impulse geben kann.

Der BVB muss für die kommende Saison reagieren: Sollte kein Mann mit Lewandowskis Spielverständnis gefunden werden (und das ist wahrscheinlich, da Lewandowski zu den Besten der Welt gehört und der BVB zudem vielleicht gar nicht international vertreten sein wird), dann muss Klopp sein Spiel umstellen, um wieder ein ernsthafter Konkurrent für Bayern München zu werden. Die echte Liebe braucht wieder eine echte Offensive. Dann wird auch der tolle Fußball und der Erfolg zurückkehren. Und das ist doch dann eine echte Win-Win-Situation!

Foto: https://www.facebook.com/BVB/photos/pcb.1110159985662647/1110159325662713/?type=1&theater

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