Paderborn ist Tabellenführer!

Spieltagsanalyse

Paderborn ist Tabellenführer!

22.09.2014 | 12:23 | Annette

In der Fußball-Bundesliga gibt es mit Paderborn einen neuen Tabellenführer. Bayern München, Borussia Dortmund, Schalke 04 und Bayer Leverkusen steckte derweil der Champions-League-Auftakt vergangene Woche noch deutlich in den Knochen, der VfB Stuttgart rutscht weiter in die Krise, während die Fans des HSV zum ersten Mal in dieser Saison zufrieden waren mit ihrer Mannschaft. Das und viel mehr gibt es in unserer Spielerfrauen-Spieltagsanalyse.

Rotation und Lichtblicke in Hamburg
Hatte Pep Guardiola Mitleid mit dem Hamburger SV? Die Mannschaftsaufstellung des FC Bayern München erweckte zunächst den Anschein. Guardiola schonte einige Stammkräfte, darunter Xabi Alonso, Robert Lewandowski und Mario Götze. Die Rotation war aber nicht als Hilfsgeste gegenüber dem taumelnden Bundesliga-Dino zu deuten, sondern vielmehr Ergebnis schwieriger Englischer Wochen, die dem Rekordmeister bevorstehen. Bayern München war die gesamte Spielzeit überlegen, konnte aber keine Tore erzielen. Tore existieren für den HSV momentan sowieso nur in der Erinnerung. Dennoch zeigte sich das Team von Neu-Trainer Zinnbauer engagiert und aktiv. Das stimmte die Fans froh, Zinnbauer dagegen übte sich in Bescheidenheit und lobte seinen Vorgänger Mirko Slomka. Sowohl die Bayern als auch die Hamburger können mit dem 0:0 ganz gut leben.

Das schwarz-gelbe Verletzungsgespenst geht um
Borussia Dortmund schlug sich gegen Mainz selbst. Zunächst verballerte Ciro Immobile einen Handelfmeter, den Shinji Okazaki verursachte, dann traf auch noch Matthias Ginter ins eigene Tor. Besonders die Defensive der Dortmunder ließ zu wünschen übrig und zeigte ungewohnte Abspiel- und Stellungsfehler. Davon profitierte auf Mainzer Seite erneut der sich in Topform präsentierende Japaner Okazaki, der das 1:0 schoss. Der BVB konnte das Unentschieden des Konkurrenten aus München also nicht nutzen. Darüber hinaus plagen die Schwarz-Gelben weiter Verletzungssorgen. Neben Reus, Gündogan, Hummels, Sahin, Subotic und Błaszczykowski reiht sich nun auch noch Mchitarjan ein und fällt für 4 Wochen aus. Mainz jubelt, Dortmund blickt dagegen ob des dünnen Kaders sorgenvoll in die Zukunft.

Abstiegsangst im Schwabenländle
Große Sorgen hat der VfB Stuttgart, der auch gegen Hoffenheim verlor – und das mit 2:0. Trainer Armin Veh grübelt über eine harmlose Offensive und zu viele Fehler in der Defensive. Die Moral kann man den Schwaben gar nicht absprechen. Sie rackerten und wirkten fast übereifrig. Und hätten durch Harnik nach zehn Minuten fast den Führungstreffer erzielt. Aber eben nur fast. Das Glück ist nicht auf der Seite der Stuttgarter. Für Hoffenheim trafen dann Anthony Modeste und Tarik Elyounoussi zum Endstand. Die Hoffenheimer sind in dieser Saison weiterhin ungeschlagen und etablieren sich im vorderen Tabellendrittel. Der VfB Stuttgart rutschte nach der dritten Niederlage in Folge dagegen auf den letzten Tabellenplatz ab.

Verrückte fünf Minuten Nachspielzeit
Bei der Partie SC Freiburg gegen Hertha BSC Berlin war vor allem die Nachspielzeit sehenswert. Freiburgs Trainer Christian Streich nahm gar das Wort “verrückt” in den Mund. Was war passiert? Die Breisgauer führten bis kurz vor Schluss mit 2:1 gegen die Berliner und standen vor ihrem ersten Sieg in dieser Saison. Nachdem Nico Schulz von der Hertha vom Platz flog und die Freiburger in Überzahl agieren konnten, war die Zuversicht groß, dass die knappe Führung nun halten würde. Vier Minuten Nachspielzeit wurden angegeben. Kurz vor deren Ablauf pfiff Schiedsrichter Florian Meyer allerdings noch einen Freistoß für die Auswärtself. Hertha-Keeper Thoms Kraft eilte nach vorn und ordnete die Mauer. Und dann kam Ronny, traf zum zweiten Mal an diesem Abend und bescherte damit den Berlinern ein schmeichelhaftes Unentschieden.

Schalke 04 sieht Rot
Die Stimmung auf Schalke hatte sich nach dem holprigen Start in die Saison mit dem tollen 1:1 bei Chelsea beruhigt. Jens Keller wollte nun auch in der Bundesliga eine Leistungssteigerung seiner Mannen sehen. Julian Draxler war gegen die Eintracht aus Frankfurt besonders motiviert, schließlich feierte er seinen 21. Geburtstag. Doch schon nach kurzer Zeit lagen die Knappen mit 2:0 zurück. Ein frecher Elfmeter von Chupo-Moting brachte Schalke zurück in die Spur, und das Geburtstagskind traf dann sogar zum 2:2-Ausgleich. Danach sah jedoch zunächst Kevin-Prince Boateng Gelb-Rot, bevor Draxler mit Rot vom Platz flog. Er hatte nachgetreten. Endstand der Partie blieb das 2:2-Unentschieden, die Geburtstagsfeier von Julian Draxler war ein wenig betrübt.

Nullnummer, ein schwächelnder ehemaliger Tabellenführer und überragende Wölfe
Während Lukas Podolski und Kevin Großkreutz auf der Tribüne eine Nullnummer zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach sahen, war in Wolfsburg deutlich mehr los. Die Wölfe fertigten den Tabellenführer aus Leverkusen mit 4:1 ab und zeigten damit die richtige Reaktion nach der 1:4-Niederlage am Donnerstag in der Euro League gegen den FC Everton. Für die Wolfsburger trafen zweimal Rodriguez, einmal Vieirinha und einmal Hunt. Außerdem feierte Neuzugang Bendtner sein Startelfdebüt.
In Bremen freute man sich am Wochenende zwar über den Sieg von Revolverheld beim Bundesvision Song Contest, Werder musste allerdings eine 4:2-Klatsche gegen den FC Augsburg hinnehmen. Die Mannschaft von Robin Dutt trat zwar engagiert und bemüht auf, ging aber zu fahrlässig mit ihren Chancen um.

Das Überraschungsteam der Saison sorgt für die nächste Überraschung
Der SC Paderborn wurde im Vorfeld der Saison als Abstiegskandidat Nummer eins deklariert. Und nun? Die Paderborner gewannen 2:0 gegen Hannover und sind sensationell Tabellenführer! Hinter ihnen Teams wie der FC Bayern München oder Borussia Dortmund, und das mit einem Etat, der geringer ist als der meisten Zweitligisten. Das Märchen geht also weiter. Und wie! Diese Tabelle werden sich sowohl Fans als auch Spieler des Vereins übers Bett hängen. Ganz bestimmt. Moritz Stoppelkamp grinste ganz besonders zwischen allen wie Honigpferde grinsenden Spieler, denn er freute sich nicht nur über den Sieg und die Tabellenführung, sondern er hat mit seinem Treffer zum 2:0 auch das längste Tor der Bundesliga-Geschichte geschossen. 82 Meter! Das Saisonziel bleibt aber weiterhin der Klassenerhalt. So gut und so bescheiden, dieser SC Paderborn! Nächster Gegner: Bayern München.

Alle Ergebnisse im Überblick findet ihr hier.

Foto: picture alliance / dpa

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