Kriterium 1: Fußballbegeisterung

Serie: Alternativen zu Katar 2022

Kriterium 1: Fußballbegeisterung

22.07.2014 | 10:06 | Natalia

Wenn die Vergabe der WM nach Brasilien schon diskussionswürdig war, was soll man dann erst über Katar 2022 sagen? Falls irgendjemand das gut finden sollte, dann hebe er bitte die Hand. Keiner? Das überrascht uns kein bisschen. Selbst Fifa-Boss Sepp Blatter hat diese Entscheidung bereits als Fehler bezeichnet, und DAS will etwas heißen.
Die Argumente gegen eine WM im Wüstenstaat sind vielfältig. Dass unserem Wunsch nach einer festen Installierung der Weltmeisterschaft in Deutschland nachgekommen wird, ist wohl eher unwahrscheinlich. Aber es gibt ja noch unzählige weitere Alternativen. Wir zeigen der Fifa in dieser kleinen Reihe nicht nur die ohnehin schon bekannten Missstände in Katar auf, sondern haben auch jeweils einen – eigentlich logischen – Gegenvorschlag parat.

Kriterium 1: Fußballbegeisterung

Die katarische Fußballnationalmannschaft hat NOCH NIE eine WM-Qualifikation überstanden. Selbst bei der Asienmeisterschaft kam die Elf aus dem Wüstenstaat selten über die Vorrunde hinaus. An sich nicht so schlimm, denn Fußball ist in Katar sowieso nicht so populär, dementsprechend gering war auch bislang der Stellenwert, den man ihm beimaß. Tontaubenschießen und Motorsport sind beispielsweise eher des Kataris Ding. Die besten Kicker der Welt ins Land zu holen ist deshalb mehr so ein Prestige-Schachzug. Dementsprechend ist auch auf keinen Fall mit einer WM des Volkes zu rechnen. Für den ganz großen Hype sind dann wohl eher die ausländischen Fans zuständig.
Falls sie kommen.
Ganz ehrlich: Wo keine echte Fußballbegeisterung herrscht, hat auch eine Weltmeisterschaft nichts verloren!

Gegenvorschlag: Kolumbien

Habt ihr die kolumbianischen Fans bei dieser WM gesehen? Was für ein Spektakel! Spätestens seit Carlos Valderramas Auftritten in den Neunzigern war in Kolumbien das Fußballvirus ausgebrochen. Leider blieben aber die internationalen Erfolge lange Jahre aus. Man spielte schönen, aber nicht ergebnisorientierten Fußball. Die jetzige, neue Generation um James Rodríguez hat die Hoffnungen der ganzen Fußballnation wieder neu entfacht. Dazu kam Trainer Pekerman, und mit ihm das Gefühl eines echten Plans, einer echten Struktur. Die Jungs hatten etwas vor. Und das haben sie auch immer noch.
Wie Brasilien ist auch Kolumbien von Korruption und Kriminalität gebeutelt. Aber für die Bevölkerung wäre eine Weltmeisterschaft im eigenen Land sicher ein Jahrhunderterlebnis. Die Straßen wären voll, eine Nation außer Rand und Band. Außerdem könnte man auf der Ausgabenseite sparen, denn es kann nicht lange dauern, bis die Brasilianer ihre überflüssigen Stadien bei ebay einstellen.

Foto: JiSign – Fotolia

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


fünf − = 2

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>