Ein Topspiel, das keines mehr ist

HSV - VfB

Ein Topspiel, das keines mehr ist

21.08.2015 | 12:20 | admin

Es ist das Topspiel des zweiten Bundesliga-Spieltags. Und diese Bezeichnung mutet fast schon an wie ein Scherz. Wie eine satirische Einlage der Planer, die sich dabei in ihrem Kämmerchen ob der irrwitzigen Ausgangslage ins Fäustchen lachen. Ein Topspiel ist es vielleicht, wenn man die Tabelle umdreht. Wenn man sich die großen Namen mit viel Tradition und glorreicher Vergangenheit vor Augen führt. In Anbetracht der Situation der letzten zwei Jahre sind der Hamburger SV und der VfB Stuttgart aber weit davon entfernt, ein Aushängeschild der Liga und daher Material für ein Topspiel zu sein.

Gut, wir wollen den Ball mal flach halten, schließlich ist erst ein einziger Spieltag der Saison absolviert, aber schon jetzt fühlen wir uns wie in der Endlosschleife eines nervigen Telefonanbieters. Oder aber mittendrin im Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“.  Wir warten die Sommerpause ab und hoffen auf eine Leistungsexplosion, aber immer wieder müssen wir mit dem Start der neuen Spielzeit feststellen, dass sich nichts verändert hat. Rein gar nichts.

Die zwei Traditionsvereine befinden sich im hinteren Drittel der Tabelle und richten sich dort ein. Kommt doch da raus, wollen wir sie am liebsten anschreien. Ihr hättet doch das Potenzial für mehr. Nämlich dafür, die Bundesliga auch für das Ausland attraktiver zu machen, wollen wir ergänzen. Aber irgendwie scheint das nicht zu funktionieren.

In Hamburg wird neben dem Platz mal wieder genauso viel Furore gemacht, wie auf dem Spielfeld. Lohnzettel, Rucksäcke, falsch bedruckte Fanshirts – es läuft vieles schief. Und auf dem Platz? Der Telekom-Cup wurde gewonnen, Erwartungen geschürt. Aber dann kam der FC Bayern. Okay, es war eben der Rekordmeister, dem man am ersten Spieltag gegenübertrat. Nicht so aussagekräftig daher, vielleicht. Doch jetzt hängt der HSV halt wieder hinten drin in dem Tabellenbereich, den man so gut kennt und fast schon zu schätzen gelernt hat. Spannung, Nervenkitzel – den kann es doch auch geben, wenn es um die Qualifikation für die Europa League geht. Internationaler Fußball statt Abstiegskampf und Relegation.

Wäre das nicht auch was für den VfB Stuttgart? Da geht eigentlich auch alles seinen gewohnten Gang. Die Hoffnungen waren groß, schließlich hatte man in der Vorbereitung Manchester City mit 4:2 vom Platz gefegt. Auch bei der Auftaktpartie sah das – wie immer – fußballerisch gar nicht so schlecht aus im Schwabenland. Aber die Tore fehlten, die Punkte sind dementsprechend nicht auf dem Konto, und das ist es, was am Ende zählt.

Das Topspiel am Samstag wird also durchaus interessant. Manchester-City-Bezwinger trifft auf Telekom-Cup-Sieger, Nord- und Südträume von einer besseren Zukunft treffen auf die Realität, die sich für den Verlierer der Partie noch bitterer gestalten wird. Willkommen also zum Topspiel der Verzweifelten, der Symbole verpasster Chancen, der trotzdem an sich Glauber, weil es ansonsten doch auch nicht weitergeht. Willkommen zum Spiel des HSV gegen den VfB!

Foto: www.facebook.com/VfB

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


3 + drei =

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>