Goodbye Deutschland, hallo Welt!

Deutsche Kicker im Ausland

Goodbye Deutschland, hallo Welt!

20.07.2014 | 8:13 | Annette

Immer wieder wagen deutsche Kicker den Sprung ins Ausland. Von unseren gefeierten Weltmeistern spielen mit Shkodran Mustafi, Per Mertesacker, Sami Khedira, Mesut Özil, Miro Klose, Lukas Podolski und André Schürrle gleich sieben Akteure außerhalb der Bundesrepublik. Das erfolgreiche Turnier in Brasilien verstärkt natürlich weiter das Interesse der europäischen Spitzenklubs (mehr dazu im Transfergeflüster). Doch nicht immer verlaufen die Gastspiele glorreich. Manche Kicker konnten sich nicht durchsetzen und freuten sich über ein “Hello again, Bundesliga!” Andere setzten Maßstäbe. Wir haben mal in den Archiven gewühlt und eine Auswahl der Auslandsaufenthalte – positive wie negative – zusammengestellt.

Satz mit X, das war wohl nix

Timo Hildebrand: Der Keeper wechselte 2007 vom amtierenden Meister VfB Stuttgart zum FC Valencia. Die Ambitionen waren groß, schließlich gehörte Hildebrand bei der Heim-WM 2006 zum Aufgebot der Nationalelf. Doch in Spanien erlebte er wenig Höhen und viele Tiefen. Gegen Publikumsliebling Santiago Cañizares hatte er einen schweren Stand. Das Ende vom Lied? Nationalelf-Aus und Rückkehr in die Bundesliga zu Hoffenheim. Über Sporting Lissabon landete er schließlich bei Schalke 04. Dort wurde in diesem Sommer sein Vertrag nicht verlängert.

David Odonkor: Was hat uns David Odonkor bei der WM 2006 begeistert. Es war dieses Spiel gegen Polen, als die deutsche Mannschaft nur auf ein Tor spielte, aber der Treffer nicht gelingen wollte. Bis in der 89. Minuten im Tollhaus von Dortmund Odonkor auf rechts außen die Kugel nahm, sich durchsetzte und Oliver Neuville mustergültig bediente. Der Flügelflitzer wechselte daraufhin zu Betis Sevilla. Doch dort verblasste sein Glanz schnell. Verletzungen hinderten ihn, sich in der Mannschaft zu etablieren. Das Trauerspiel endete 2011, als er nach Deutschland (Alemannia Aachen) zurückkehrte. Zu alter Leistungsstärke fand er aber nie zurück. Nun arbeitet er als Co-Trainer beim SC Verl.

Marko Marin: Er galt als DER Hoffnungsträger Deutschlands - Marko Marin war 2008 maßgeblich am Wiederauftstieg von Borussia Mönchengladbach in die Erste Liga beteiligt und glänzte als Torvorlagengeber. Nach drei Jahren Werder Bremen wechselte er schließlich 2012 zum FC Chelsea. In die Stammformation schaffte er es aber nie. Stattdessen wurde er zum FC Sevilla ausgeliehen. Zur kommenden Saison kehrt er auf die Insel zurück.

Daumen hoch für “Made in Germany”

Oliver Bierhoff: Unser Nationalmannschaftsmanager zeichnete nicht nur für das tolle Campo Bahia in Brasilien verantwortlich und gehört zum Weltmeister-Team 2014, sondern wurde bereits 1996 als aktiver Spieler Europameister. Im Endspiel gegen Tschechien schoss er das legendäre Golden Goal. Seine Brötchen verdiente er in Italien – zunächst bei Udinese Calcio. Dort wurde er in der Saison 1997/1998 mit 27 Treffern Torschützenkönig der Serie A und eroberte die Herzen der Tifosi im Sturm. Seine Erfolgsgeschichte ging beim AC Mailand weiter. Krönung: Der italienische Meistertitel.

Bernd Schuster: FC Barcelona, Real Madrid, Atlético Madrid – wenn es einen deutschen Kenner des spanischen Fußballs gibt, dann ist es Bernd Schuster. Der gebürtige Augsburger spielte bei allen drei großen Spitzenklubs. Bei Barca wurde er Meister, Pokalsieger und Europapokalsieger. Das ist mal eine Erfolgsbilanz! Dass es ihm die Iberer angetan haben, zeigen auch seine Trainerstationen: Levante, Getafe und Madrid. Zuletzt coachte er den FC Malaga.

Jürgen Klinsmann: Der sympathische Klinsi singt als US-Coach nicht nur die amerikanische und die deutsche Hymne mit, er startete auch als Spieler bei Inter Mailand von 1989 bis 1992 eine Charmeoffensive, die das Bild der Deutschen im Ausland positiv prägte. Er lernte vor seinem Wechsel nach Italien die Sprache und gilt noch bis heute bei den Tifosi als einer der beliebtesten Ausländer.

Und ein Weltenbummler darf in der Auswanderer-Sammlung natürlich nicht fehlen - Lutz Pfannenstiel hielt den Kasten auf allen Kontinenten sauber und tingelte bis 2010 durch die Lande. Er kickte zwar nicht in Topklubs, aber für alle Kontinentalverbände und zeigte: Fußball verbindet.

Foto: picture-alliance / Sven Simon

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