Monkey Business – Der Abstiegskampf

34. Spieltag

Monkey Business – Der Abstiegskampf

19.05.2015 | 11:32 | Annette

Hat es einen solchen Abstiegskrimi schon einmal gegeben? Wir können uns zumindest nicht daran erinnern. Sechs Mannschaften können noch absteigen, alle sechs aber auch die Klasse halten. Diese Ausgangsposition verspricht Nervenkitzel pur am letzten Spieltag und vier ganz besondere Partien.

SC Paderborn – VfB Stuttgart
It’s monkey business in Stuttgart! Huub Stevens zeigte, dass im Abstiegskampf (fast) alles erlaubt ist. Er bezeichnete seine Spieler im Training vor dem richtungsweisenden Spiel gegen Hamburg als Affen. Die nahmen die Rolle an, siegten mit 2:1 und fiebern jetzt auf das Endspiel gegen Paderborn hin. Martin Harnik schickte nach dem Führungstreffer mit seinem Torjubel einen Gruß an seinen Trainer. Motto: natürlich monkey style!
Den VfB Stuttgart hatten viele nach der Last-Minute-Niederlage gegen Schalke und dem 2:2-Unentschieden gegen Freiburg (nach 2:0-Führung) abgeschrieben. Jetzt haben die Schwaben den Klassenerhalt wieder selbst in der Hand. Und in der Offensive zeigte der VfB wiederholt eine starke Vorstellung. Auch gegen Paderborn? Die Ostwestfalen müssen verkraften, dass sie gegen Schalke in der 88. Minute den entscheidenden Gegentreffer kassierten und damit auf den 18. Tabellenplatz rutschten. Damit das Glück nicht auch gegen die Stuttgarter verloren geht, erhält das Team von André Breitenreiter beim letzten Spiel der Saison ganz besondere Unterstützung: Alle Schornsteinfeger Paderborns wurden in ihrer Kluft ins Stadion eingeladen. Wer sendet am Ende erstklassige Rauchsignale?

Hamburger SV – Schalke 04
Bruno, der Bär, steppte in die Hansestadt und hatte frischen Wind und Energie im Gepäck. Weder Rückenwind noch Energie hielten. Erste Partie unter Labbadia: Sieg, zweite Partie: glückliches Last-Minute-Remis, dritte Partie: Niederlage. Und die Hochstimmung in Hamburg ist schon wieder merklich verflogen. Der Zusammenhalt in der Mannschaft scheint nicht besonders eng zu sein, die Vereinsführung glänzt durch Inkompetenz, und nun muss der HSV sogar auf die Mithilfe anderer Vereine hoffen, um nicht das Unfassbare Wirklichkeit werden zu lassen und zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte abzusteigen. Stirbt tatsächlich der Bundesliga-Dino? Gut, dass es in der entscheidenden Schlacht um den Klassenerhalt gegen eine Mannschaft geht, die sich gefühlt auch im Abstiegstrubel befindet und genauso durch mannschaftliche Instabilität und Querelen sowie durch zweifelhafte Entscheidungen in der Vereinsspitze auffällt: Schalke 04. Wenn der HSV aber so ideen- und mutlos auftritt wie gegen die Stuttgarter, wird’s auch gegen die Knappen schwer, selbst wenn diese innerhalb der Mannschaft gegeneinander arbeiten und nur noch den Rücken ihrer Fans sehen.

Hannover 96 – SC Freiburg
Paderborn hofft auf das Glück der Kaminfeger, Hannover 96 auf die schützende Hand von ganz oben: Das Team reist wie auch vor der Partie gegen Werder Bremen zur Spielvorbereitung ins Kloster. Ob die Niedersachsen dadurch den Fußballgott bezirzen können? Und wie sieht die Verbindung von eben diesem zu den Breisgauern aus? Trainer Christian Streich schaute am vergangenen Wochenende weniger nach oben, sondern machte Bekanntschaft mit unten – dem Boden. Nach dem Sieg gegen die Bayern war er so aus dem Häuschen, dass er sich beim Sprint in die Kabine nicht auf den Beinen halten konnte und hinfiel. Er stellte trotz der Euphorie ob des Triumphes gegen den Rekordmeister klar: „Wir dürfen jetzt nicht fliegen und anfangen zu spinnen“.
Wie im Traum dürfte den Hannoveranern ihre Situation im Tabellenkeller vorkommen, denn noch vor wenigen Monaten waren die Niedersachsen Aspiranten auf einen Platz fürs internationale Geschäft. Jetzt heißt es für Michael Frontzeck und seine Mannschaft: Abstiegskampf. Eine Situation, die Freiburg hinlänglich kennt. Ein Vorteil? Die Last auf den Schultern beider Teams wird enorm sein.

1899 Hoffenheim – Hertha BSC Berlin
Große Spiele erwartet die Hauptstadt in den kommenden Wochen. Im Pokalfinale trifft der VfL Wolfsburg auf Borussia Dortmund. Und im Champions-League-Finale messen sich im Olympiastadion Juventus Turin und der FC Barcelona. Bitter für die Berliner: Ihr Club ist von diesem Niveau weit entfernt und kämpft am letzten Spieltag wieder gegen den Abstieg. Eigentlich hatte man damit fast schon abgeschlossen, denn Pál Dárdai führte die Mannschaft ins gesicherte Mittelfeld. Doch nach sechs sieglosen Spielen in Folge geht auch in der Hauptstadt die Abstiegsangst erneut um. Es sind zwar Rechenspiele, die die Hertha noch auf einen Relegationsplatz katapultieren könnten, aber wer weiß, was an diesem spannenden letzten Spieltag noch alles passiert.

Affen, Schornsteinferger, die Hand Gottes, das Abstiegsgespenst – es wird interessant werden am kommenden Samstag. „Was ist Abstiegskampf? Muss man das kennen, um ihn zu können? Zieht man da Helme auf?“ Das fragte einmal Thomas Tuchel in seiner Funktion als Mainz-Trainer. Wir verzichten auf die Kopfbedeckung, schalten den Fernseher ein und warten einfach mal ab.

Foto: https://www.facebook.com/VfB/photos/pb.410027394324.-2207520000.1432020124./10153819276029325/?type=3&theater

Eine Antowort zum Thema: “Monkey Business – Der Abstiegskampf

  1. Ich kann jetzt schon vor Spannung nicht mehr ruhig sitzen. Wird bestimmt ein klasse Spieltag :)

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