3 x ! und 1 x :-(

Champions League

3 x ! und 1 x :-(

18.09.2014 | 12:51 | Natalia

Der erste Spieltag der Champions League-Gruppenphase ist vorbei. Jedes Team muss gegen jeden Gegner aus seiner Vierergruppe jeweils zwei Mal ran. Bayern, Dortmund, Leverkusen und Schalke konnten sich für die Königsklasse qualifizieren und trafen in den vergangenen Tagen auf weitere internationale Top-Klubs. Die Bilanz: Drei Hochzeiten und ein Tiefschlag.

Es hätte mehr sein müssen
Der AS Monaco musste für die in der Bundesliga derzeit furios aufspielenden Leverkusener als machbare Aufgabe erscheinen. Der Klub, der in den vergangenen Jahren dank einiger beeindruckender Finanzspritzen des Milliardärs Dmitri Rybolowlew so richtig gepimpt wurde, scheint nicht nur dessen Unterstützung einzubüßen. Man musste Stars wie Falcao und James Rodriguez ziehen lassen und darf sich aktuell die Tabelle von unten anschauen. Was das wohl in der Champions League geben würde? Totgesagte leben ja bekanntlich länger…
1:0 hieß es am Ende. Für den Gastgeber, den AS Monaco. Dafür waren drei Komponenten verantwortlich (sortiert nach zunehmender Wichtigkeit): der royale Beistand durch den anwesenden Fürsten Albert II, die beherzt agierende Abwehr der Monegassen und die mangelhafte Chancenverwertung der Werkself. 9:2 Torschüsse hatte Leverkusen allein in der ersten Hälfte zu verzeichnen. Bellarabi stand beispielsweise in der 36. Minute frei vor dem Tor und verzog. Den einzigen Treffer der Partie landete dann wie zum Hohn ein gegnerischer Spieler, Joao Moutinho.
Neu-Trainer Roger Schmidt hatte am Dienstag die erste Niederlage in sieben Pflichtspielen zu verzeichnen und kommentierte das so: “Wenn man so überlegen ist, sollte man das auch im Ergebnis ausdrücken.” Wohl wahr. Nächstes Mal.
Weitere Chapions League-Gruppengegner: Benefica Lissabon, Zenit St. Petersburg


Es hätte NOCH mehr sein können
Weltmeister trafen auf Weltmeister. Durm, Großkreutz und Weidenfeller trafen auf Poldi, Özil und Mertesacker. Der BVB traf auf den FC Arsenal, und zwar in Dortmund vor gewohnt vollem Haus. Knapp 66.000 Zuschauer sahen einen entfesselten BVB, der die Engländer mit 2:0 abfertigte. Und das, obwohl Jürgen Klopp immer weniger gesunde Spieler zur Verfügung stehen. Neben den ohnehin schon fehlenden Reus, Gündogan, Hummels und Sahin fielen nun auch noch Piszczek und der gerade erste heimgeholte Kagawa aus. Letzterer laboriert an einer Muskelverhärtung. Wer seinen Einstand am Wochenende verfolgt hat, wird kaum verwundert sein.
Was machte also dieser BVB? Trumpfte mit Durm auf rechts und Schmelzer auf links auf, als hätte es nie eine andere Option gegeben. Hatte Shinji Kagawa am Samstag gegen Freiburg seinen Magic Moment, so hatte ihn in der Champions League Ciro Immobile. Der italienische Stürmer landete den ersten Pflichtspiel-Treffer für Dortmund (wohlgemerkt mit einem 60-Meter-Sprintsolo) und wurde von den Zuschauern bei seiner Auswechslung kurz vor Schluss frenetisch gefeiert. Wenige Minuten nach seinem Tor schlug der “Auba-Hammer” einmal mehr zu. Bekommt Pierre-Emerick Aubameyang einen Ball in den Lauf gespielt, ist er kaum zu bremsen. So war es auch diesmal.
Dass das durch ihn verursachte 2:0 auch der Endstand war, war für Arsenal eher schmeichelhaft, denn die BVB-Offensive kam derart oft und spektakulär herangeflogen, dass sich Mats Hummels auf der Tribüne vor lauter Herzklopfen an die Brust greifen musste. Die Gunners selbst zeigten sich nach vorne erschreckend harmlos und profitierten in der eigenen Hälfte unter anderem von der Existenz der Latte.
Den Dortmundern dürften die vergebenen Chancen im Nachhinein ziemlich wurscht sein. Im Gegensatz zu Bayer.
Weitere Champions League-Gruppengegner: RSC Anderlecht, Galatasaray Istanbul


Weniger ist manchmal mehr
Gerade einmal einen Punkt konnte Schalke aus den ersten drei Bundesliga-Spieltagen mitnehmen. Ganz zu schweigen vom peinlichen DFB-Pokal-Aus gegen Dynamo Dresden. Und dann noch das: Trainer Jens Keller musste gestern in London auf NEUN Spieler verzichten, darunter auch Weltmeister Höwedes.
Zunächst sah auch alles nach einer erneuten Packung für die Königsblauen aus. In der 11. Minute gelang Cesc Fabregas das 1:0 für Chelsea. Schalke protestierte – zu Recht, aber leider erfolglos. Fabregas hatte unmittelbar zuvor Max Meyer zu Fall gebracht und ein klares Foul begangen.
Zur Überraschung aller Beteiligten ließ sich das Team von Jens Keller aber durch diesen frühen Rückstand nicht einschüchtern. Im Gegenteil. Mutig und beherzt bäumten sich die Gebeutelten auf und hielten mit aller Kraft dagegen. Da war er wieder, dieser Biss, der in den vergangenen Wochen einfach gefehlt hatte. Jose Mourinho hatte sich das freilich anders vorgestellt und siegessicher Schürrle zwecks Schonung auf die Tribüne verbannt. Die Miene des Chelsea-Trainers wurde finsterer, die Stirnfalten des Ärgers tiefer. Und dann schaffte Huntelaar nach ansehnlicher Vorarbeit von Draxler in der 62. Minute den Ausgleich.
Chancen gab es in der Folge noch zur Genüge, auf beiden Seiten. Aber es blieb beim 1:1. Ärgerlich für Chelsea, verdient und triumphal für Schalke.
Weitere Champions League-Gruppengegner: Sporting Lissabon, NK Maribor


Wenn du denkst, es geht nicht mehr …
Kann ein Spiel so richtig spannend sein, wenn es bis kurz vor Schluss torlos bleibt? Ooooh ja, es kann. So gesehen bei der Partie Bayern gegen Manchester City. In der ausverkauften Allianz Arena begegneten sich die Teams zunächst auf Augenhöhe. Bayern ging offensiv zu Werke, City verteidigte diszipliniert und lauerte auf Konter. Mehr Torchancen hatte dadurch allerdings eindeutig der Rekordmeister zu verzeichnen. Bereits in der ersten Spielminute verfehlte Thomas Müller nach einem Stolperer aus kürzester Distanz das Tor und reklamierte Foulspiel. Schiedsrichter Mallenco aus Spanien hatte nichts gesehen, und auch in der Wiederholung war keine Berührung erkennbar.
Bayern hatte den Führungstreffer wahrlich auf dem Fuß beziehungsweise dem Kopf, fand aber einfach nicht den Abschluss. Pep Guardiola kostete diese Chancenverschwendung an der Seitenlinie beinahe den Verstand. Er sprang auf und ab, schrie aus voller Kehle, stand teils meterweit auf dem Rasen – ein Duracell-Häschen im feinen Zwirn. Erst nach dem Abpfiff nahm er wieder auf der Trainerbank Platz.
In der zweiten Hälfte wurden Manchesters Konter seltener, die Bayern aber auch müder und ihre Pässe ungenauer. Auch der eingewechselte Arjen Robben konnte nichts ausrichten und fiel lediglich dadurch auf, dass er mal wieder im Strafraum den sterbenden Schwan gab.
Man of the Match war aber diesmal kein Götze, kein Müller und auch kein Lewandowski, sondern Jérôme Boateng. Nachdem er seinen Job als Innenverteidiger ohne Tadel ausgefüllt hatte, wirkte er kurzerhand in der Offensive mit. Seinen ersten Vorstoß in Richtung Chelsea-Strafraum kommentierte ZDF-Mann Oliver Schmidt so: “Der wird doch nicht etwa …!” Doch doch. Und in der letzten Minute der regulären Spielzeit stand er frei im Strafraum, bekam den Ball aber nicht. Vor dem Tor entstand ein Kuddelmuddel, der Ball flog in hohem Bogen durch die Luft und landete letzten Endes doch noch bei Boateng. Ein kräftiger Schuss. Götze steht im Weg, duckt sich. Der Ball streift seinen Rücken, wird unhaltbar abgefälscht, Tooooor! Ein ganz wichtiger Sieg für Bayern in dieser starken Gruppe.
Weitere Champions League-Gruppengegner: AS Rom, ZSKA Moskau

Foto: Sven Hoppe/dpa

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