Die fußballfreie Zeit überstehen

Die 11

Die fußballfreie Zeit überstehen

17.07.2014 | 11:28 | Natalia

Die Nation ist seit dem aus deutscher Sicht triumphalen WM-Finale am 13. Juli gespalten. Es gibt Menschen, die erleichtert sind, dass auf Deutschlands Straßen ab sofort wieder nur noch zum Aggressionsabbau gehupt wird und dass sie jetzt endlich wieder die hochwertigen Prime-Time-Filme von ARD und ZDF schauen können. Und dann gibt es solche, die nach der WM in ein tiefes Loch fallen. Die abends mit Schweißperlen auf der Stirn apathisch auf der Fernbedienung herumhämmern und einen Kanal suchen, auf dem Fußball läuft. Da MUSS es doch einen geben!
Für alle diese zu Recht vollkommen Unterfütterten, die von den skrupellosen Medien erst heiß gemacht und dann eiskalt fallen gelassen wurden, haben wir elf Tipps für die fußballfreie Zeit zusammengestellt.

 

  1. Do it yourself
    Klar ist es lässig, 22 Mann vom Sofa aus beim Schwitzen zuzuschauen. Aber jetzt ist doch der perfekte Zeitpunkt, um an der eigenen Fußballkarriere zu basteln. Oder zumindest mal zu schnuppern. Das hilft nicht nur gegen fußballerische Unterzuckerung, sondern auch noch gegen die Fastfood-Kilos der vergangenen Wochen.
  2. Endlosschleife
    Weil wir einfach nicht genug bekommen: Die besten Szenen der DFB-Elf in Endlosschleife reinziehen. Wir empfehlen: Ronaldo scheitert an der Ein-Mann-Mauer, Müllers Hattrick aus dem gleichen Spiel, Jogi im Wet-Look, das Kopfballtor gegen Frankreich durch Hummels, Götzes Weltmeistertor, Schweinis Terminator-Auftritt in der Verlängerung des Finales, Kloses Tränen nach dem Schlusspfiff. Beliebig erweiterbar.
  3. Beste Gesellschaft
    Lade ein paar fußballverrückte Freunde zum Grillen ein und lasse deinen Ereiferungen freien Lauf. Geteiltes Leid ist halbes Leid.
  4. Zurück in die Zukunft
    Nach der WM ist vor dem Liga-Alltag. Und hey, es ist nicht so, als würde sich da gerade wenig tun. Einige Wechsel stehen an oder zumindest zur Diskussion: Kroos, Ginter, Schweini, aber auch andere WM-Stars wie James Rodriguez, Luiz Suárez und Keylor Navas zieht es angeblich fort von ihren Vereinen. Will man da richtig bescheid wissen, gehen gleich mehrere Feierabende für die Recherche drauf.
  5. Lückenbüßer
    Es ist womöglich ein schwacher Trost, aber in diesem Jahr werden noch weitere Weltmeisterschaften ausgetragen. Wie wäre es mit Formel 1? Die Saison endet erst im November. Oder Faustball? Die WM findet in Dresden statt und geht vom 30. Juli bis 3. August.
  6. Ich bin dann mal weg
    Verreise. In ein Land, wo Fußball keine Rolle spielt. Dafür musst du nicht einmal ewig im Flieger sitzen, denn mit der WM hat sich der Kreis dieser Länder um Spanien, Italien, England und Portugal erweitert.
  7. Realitäts-Intermezzo
    Zeit, sich all dem zu widmen, was in den WM-Wochen zu kurz gekommen ist. Mutti besuchen, Trikot waschen, was Gesundes essen, fachfremde Freunde treffen, Götze-Poster neben Müller-Poster hängen, Rechnung für den geliehenen Beamer bezahlen …
  8. Aus Not mach Tugend
    Du hast plötzlich nichts mehr zu tun? Mache dein Hobby zum Beruf und erobere neue Geschäftsfelder. Zum Beispiel: alte Trikots günstig schießen, Stern aufnähen, wieder verhökern. Oder Nacktmull kaufen, auf Deutschlandfahne abrichten und DAS Orakel für 2016 werden.
  9. Schatzi zurückkerobern
    Falls du nicht zu den Glücklichen gehörst, die eine ebenso fußballverrückte bessere Hälfte gefunden haben, solltest du dich nun wieder etwas mehr der Beziehungspflege widmen. Wenn dir der Bruch zu hart erscheint, frag nach, ob du deinen Freund oder deine Freundin mit Fußballernamen anreden darfst. Für Ihn: Hulk. Für Sie: Die Maria.
  10. Mission vollenden
    Wie bitte? Dein Panini-Album ist noch nicht vollständig? Na dann aber dalli dalli! Im Internet gibt es Tauschbörsen, wo du deine Sammlung komplettieren kannst. Versuche es doch mal mit “Biete Ribèry,
    suche Reus.”
  11. Wir sind ALLE Weltmeister
    Ganz genau. Also lautet dein allabendliches Ritual bis mindestens Ende August: Schmeiß die Helene-Fischer-CD rein, dreh “Atemlos” bis zum Anschlag auf, schnapp dir die olle Blumenvase und recke sie hoooch, hooch, hoooooch! Wenn du intolerante Nachbarn hast und mutig bist, singst du anschließend aus voller Kehle den Gaucho-Song.

Foto: Karl-Heinz Laube /pixelio.de

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


neun × = 63

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>