Vier deutsche Weltmeister-Teams

WM-Historie

Vier deutsche Weltmeister-Teams

16.07.2014 | 12:17 | Natalia

Seit dem denkwürdigen 13. Juli prangen vier Sterne auf den Trikots deutscher Nationalspieler. Vier WM-Titel, vier siegreiche Mannschaften. Wir stellen euch die Weltmeister-Teams und die spannendsten Fakten im kompakten Überblick vor.

1954

Austragungsort: Schweiz
Trainer:
Sepp Herberger
Finalgegner: Ungarn (3:2). Bis heute wird ein kurz vor Spielende durch Ungarn geschossenes Tor diskutiert,
welches wegen Abseits aberkannt wurde.
Siegprämie pro Kopf: 1000 Mark + 200 Mark pro Einsatz. Ein schwacher Trost, denn die damaligen Spieler waren allesamt Amateure und mussten zum Teil unbezahlten Urlaub für die WM-Teilnahme in Anspruch nehmen.
Spielentscheider: Helmut Rahn (84′). “Rahn müsste schießen … Rahn schießt … Tooor, Tooor, Tooor!”
Herzensbrecher: Fritz Walter. Niemand trug die James-Dean-Tolle lässiger.
Skandal: Die Protagonisten des “Wunders von Bern” standen im Nachhinein unter Dopingverdacht. Die Verwendung illegaler Substanzen konnte jedoch nicht eindeutig nachgewiesen werden.
Kurioses: In der Qualifikation trat die deutsche Mannschaft gegen das damals selbstständige Saarland an (3:1).
Spielerfrauen: Die besseren Hälften unserer Kicker hießen damals noch Gerti (Frau von Rahn) oder Italia (Frau von Fritz Walter), hielten sich weitgehend im Hintergrund und blieben bis zu ihrem Tod mit ihren Liebsten zusammen. Das ist echte Liebe.

1974

Austragungsort: DeutschlandPOUR ILLUSTRER LE PAPIER Mondial-2006 -
Trainer: Helmut Schön
Finalgegner: Niederlande (2:1)
Siegprämie pro Kopf: Im Rahmen einer Spielerrevolte forderten die Kicker 100.000 Mark für den Titel,
letzlich wurden 70.000 gezahlt.
Spielentscheider: Gerd Müller, der “Bomber der Nation” (42′). Und Sepp Maier, der im Endspiel überragend hielt.
Herzensbrecher: Schwer zu sagen. Wir finden ja, Wolfgang Overath hatte eine 1A Matte. Konkurrenzkampf nicht nur im Mittelfeld sondern vor allem im Haarstyling machte ihm Günther Netzer.
Skandal: Im Zuge der WM ’74 wurde das einzige Spiel zwischen der BRD und der DDR ausgetragen. Und was geschah? Die DDR siegte mit 1:0.
Kurioses: Gerd Müllers Siegtreffer war sein 14. und letztes WM-Tor. Bis zur Ablösung durch Ronaldo im Jahr 2006 hielt dieser Rekord an.
Spielerfrauen: Wenn’s auf dem Platz nicht läuft, dann sind die Frauen der Rettungsanker. So auch nach der Niederlage gegen die DDR. Sepp Maier und Uli Hoeneß ließen die schlechte Stimmung hinter sich und flüchteten aus dem Hotel. Ziel: Die Ehefrauen, die 100 Kilometer entfernt untergebracht waren. Der nächtliche Ausflug schien ihnen Flügel verliehen zu haben! Bei der WM-Siegesfeier durften die Gattinnen aber nicht dabei sein. Verbot des DFB!

1990

Austragungsort: ItalienWest German midfielder Lothar Matthaeus (L) and fo
Trainer: Der Kaiser
Finalgegner: Argentinien (1:0 durch Foulelfmeter)
Siegprämie pro Kopf: 125.000 Mark
Spielentscheider: Andreas Brehme. Und Guido Buchwald, der Maradona auf legendäre Weise aus dem Spiel nahm.
Herzensbrecher: Bitte nicht der Loddar! Na gut, dann eben der Loddar.
Skandal: Im Achtelfinale gegen die Niederlande wurde Rudi Völler von Frank Rijkaard bespuckt und dafür auch noch zu Unrecht vom Platz gestellt.
Kurioses: Das WM-Quartier der Deutschen lag am Comer See, unweit des Wohnortes vom Loddar. So konnte der Loddar an einem spielfreien Tag zu seinem Stammfriseur huschen.
Spielerfrauen: Franz Beckenbauer führte ein insgesamt sehr lockeres Regiment. Die Herzdamen der Spieler durften jeden Tag zu Besuch kommen. Hatte er eine andere Wahl? Bianca Illgner gilt zum Beispiel bis heute als härteste Spielerfrau. Sie führte die Vertragsverhandlungen ihres Ehemannes und hätte sich selbst bei Verbot Wege ins Hotel verschafft. Ganz sicher.

2014

Austragungsort: BrasilienGermany v Argentina: 2014 FIFA World Cup Brazil Final
Trainer: Jogi
Finalgegner: Argentinien (1:0)
Siegprämie gesamt: 25.700.000 Euro
Spielentscheider: Mario Götze (113′)
Herzensbrecher: Optisch Mats Hummels. Emotional ALLE.
Skandal: Am ehesten im Trainingslager zu suchen. Dort stellte sich heraus, dass der Bundestrainer seinen Führerschein abgeben muss und Kevin Großkreutz in Berlin hackevoll gegen eine Hotelsäule gepinkelt hatte. Außerdem hat das Team kein Glück mit Autos. Und Flugzeugen.
Kurioses: Kurios und grandios liegen oft so nah beisammen. Bevor im Finale Geschichte geschrieben wurde, gelang unserer Elf im Halbfinale ein historischer 7:1-Sieg gegen Gastgeber Brasilien. Noch Worte?
Spielerfrauen: Model müsste man sein, dann hätte man gute Chance auf einen Platz an des Kickers Seite. Oder Sängerin. Oder Moderatorin. Oder beides. Ins Campo Bahia wurden Cathy, Mandy, Lena und Co. immer wieder gebracht. Der DFB hat also aus seinen Fehlern anno 1974 gelernt. Motto: We are Family. Konsequenz:
We are Weltmeister!

Fotos: AFP/Getty Images; STF/AFP/Getty Images; AFP – STAFF/Getty Images; Laurence Griffiths/Getty Images Sport

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