Shinji-mania hoch zwei

Spieltagsanalyse

Shinji-mania hoch zwei

15.09.2014 | 1:08 | Annette

Nach der Länderspielpause rollte am vergangenen Wochenende wieder der Ball in der Bundesliga. Am dritten Spieltag rückte die Zwei in den Mittelpunkt: Zwei Shinjis sorgten für Furore, zwei Traditionsvereine taumeln weiter in Richtung Abgrund und zwei Schiris hatten so ihre Probleme mit der Kommunikation.  

Die Remis des Spieltages
Leverkusen schießt Tore. Viele Tore. Das Problem? Gegen Werder Bremen kassierte die Werkself auch Treffer. Viele Treffer. Der Endstand der unterhaltsamen Partie: 3:3. Bayer war also in der Offensive top, die Defensive hat dagegen noch steigerungsbedarf. Außerdem stand dem Team von Roger Schmidt mehrmals Aluminium im Weg. Die Bremer konnten deshalb zufrieden mit dem Unentschieden beim alten und neuen Tabellenführer sein. Ebenso mit einem Remis trennten sich Hoffenheim und Wolfsburg (1:1) sowie die beiden Aufsteiger Paderborn und Köln (0:0).

Die Sache mit der Kommunikation
Es ist so eine Sache mit dieser Technik. Sie führt oftmals dazu, dass Menschen einfach nicht mehr selbst die Augen öffnen. Man denke da zum Beispiel an Navis. Straßenschilder lesen? Wird total überbewertet, wenn doch die freundliche Stimme aus dem Gerät das Denken übernimmt. Gleiches gilt wohl auch auf dem Fußballplatz. Einfach mal von Angesicht zu Angesicht kommunizieren, wenn bei den Schiris das Headset ausfällt? Das scheint nicht möglich. Leitragender ist die Eintracht aus Frankfurt, denn ihr wurde im Spiel gegen Augsburg wegen technischer Störungen ein Elfmeter vorenthalten. Augsburg siegte mit 1:0, und Schiri Gräfe hat sich nach dem Spiel zumindest bei den Frankfurtern entschuldigt.

Das Trainerkarussell beginnt sich langsam zu drehen
Ganz ohne technische Probleme hat sich der Hamburger SV weiter im Tabellenkeller eingenistet. Bundestrainer Jogi Löw wartete auf der Tribüne vergeblich auf den ersten Saisontreffer der Hanseaten, die mit 2:0 gegen Hannover 96 verloren. Der Stuhl von HSV-Trainer Mirko Slomka wackelt. Ein möglicher Nachfolger wäre Thomas Tuchel. Den könnte es aber auch nach Gelsenkirchen ziehen, denn Jens Keller macht Slomka Konkurrenz. Die herbe 1:4-Klatsche gegen Gladbach (Torschützen für die Fohlen zweimal Hahn, Kruse und Raffael) lässt die königsblaue Tristesse größer werden. Die Verantwortlichen werden unruhig, die utopischen Ziele sind jetzt schon in Gefahr. Keller bleibt aber. Zumindest vorerst. Und Tuchel? Der wartet einfach weiter.

Rückschlag für Holger Badstuber
Auch beim VfB Stuttgart läuft es nicht rund. Ein magerer Punkt aus den ersten drei Spielen – eindeutig zu wenig. Vor allem mit Hoffenheim und Dortmund vor der Brust. Das könnte ein klassischer Fehlstart werden. Armin Veh war nach dem Bayernspiel (2:0-Niederlage) aber zufrieden. Schließlich könne man ja gegen die Münchner verlieren.  Das ist richtig, doch das Fehlen eines richtigen Torschusses offenbarte die eklatanten Schwächen der Schwaben: die Offensive. So wird es auch gegen direkte Konkurrenten um den Abstieg schwierig.

Die Münchner haben dagegen ganz andere Sorgen: Holger Badstuber musste nach 40 Minuten verletzt ausgewechselt werden. Das schmerzt. Vor allem die folgende bittere Diagnose: Muskelsehenriss im linken Oberschenkel, erneute OP, wahrscheinlich drei Monate Pause für den Innenverteidiger, der erst zu dieser Saison nach zwei Kreuzbandrissen und eineinhalb Jahren Pause in die Mannschaft zurückgekehrt war. Wir wünschen ihm alles Gute! Xabi Alonso macht den Münchner dagegen Freude. Unglaubliche 150 Ballkontakte – der Mann ist das Herz des Bayernspiels.

Shinji-mania in Dortmund und Mainz
Badstuber ist der Pechvogel in München, Marco Reus in Dortmund. Der Offensivmann verletzte sich einmal mehr bei der Nationalmannschaft und fällt einen Monat aus. Trübe Stimmung kam in Dortmund aber nur kurz auf, denn die Rückkehr von Shinji Kagawa löste wahre Begeisterungsstürme aus. Der verlorene Sohn ist zurück. Und wie. Beim Bundesligaeinstand gegen den SC Freiburg schoss er sogleich ein Tor (Endstand 3:1), die schwarz-gelbe Wand feierte, Jürgen Klopp bekam Gänsehaut und Kagawa selbst hatte einfach nur Spaß!

In Dortmund herrscht also akutes Shinji-Fieber, auch in Mainz wird ein Japaner mit dem Namen Shinji frenetisch bejubelt. Shinji Okazaki steuerte beim 3:1 der Mainzer gegen Hertha BSC Berlin zwei Tore bei und sicherte dadurch nicht nur den Sieg, sondern kann sich jetzt mit 28 Toren  japanischer Rekordtorschütze in der Bundesliga nennen. Herzlichen Glückwunsch, Shinji! Aber Vorsicht: Dein Namensvetter nimmt die Verfolgung auf.

Alle Ergebnisse des 3. Spieltags findet ihr hier.
Die Tabelle gibt es hier.

Foto: picture alliance / Sven Simon

 

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