Die spektakulärsten Beinahe-Transfers

Bundesliga

Die spektakulärsten Beinahe-Transfers

15.08.2014 | 12:03 | Annette

WM-Torschützenkönig James Rodriguez oder Ronaldinho im schwarz-gelben Trikot, Kaka in Lederhosen oder Petr Čech an der Weser – Hirngespinste? Wunschvorstellung? Träumereien? Aber nicht doch. Diese Ausnahmetalente und späteren Superstars wären fast in der Bundesliga gelandet. Fast. Die Spielerfrau hat für euch die spektakulärsten Beinahe-Transfers der Geschichte gesammelt.

Michael Ballack: Beim Chemnitzer FC machte Michael Ballack 1995 auf sich aufmerksam. Werder Bremen zeigte sich durchaus interessiert. Aber einigen konnten sich die beiden Parteien nicht. Der Wechsel scheiterte an 10.000 Euro. Stattdessen schnappte sich Kaiserslautern den Capitano und wurde mit ihm 1998 sensationell Deutscher Meister.

Kaka: Brasilianer tun sich in der Regel mit einem Wechsel nach Deutschland schwer. Immer diese fröstelnden, langen Winter. Immer diese durchdringende Kälte. Kaka schien aber trotzdem nicht abgeneigt. Bayern-Scout Wolfgang Dremmler entdeckte den Edeltechniker bei einer Südamerika-Reise. Nur Uli Hoeneß zeigte sich weniger begeistert. Er lehnte eine Verpflichtung ab. Kaka wurde 2002 mit Brasilien Weltmeister.

Ronaldinho: Nochmals ein Brasilianer auf dem Sprung nach Deutschland. Ronaldinho absolvierte in jungen Jahren ein Probetraining in Dortmund. Letztendlich bevorzugte er aber doch Paris. Ob’s am Eiffelturm oder doch am Gehalt lag, ist nicht überliefert. Er ging seinen Weg: Weltmeister, Champions-League-Sieger, Weltfußballer – Ronaldinho hat alles erreicht.

Ronaldo: Brasilien und der dritte Beinahe-Transfer. Ralf Ragnick entdeckte 1994 als  Jugendtrainer des VfB Stuttgart den damals noch superschlanken und durchtrainierten Ronaldo. Dieser war süße 17 Jahre alt und ein großes Talent. Die Ablösesumme war den Schwaben dann mit vier Millionen doch zu hoch. Stattdessen verpflichteten sie für zwei Millionen Giovane Elber. Auch keine schlechte Option, aber eben nicht Ronaldo, der 2002 Oliver Kahn ärgerte und mit dem FC Barcelona, Inter Mailand, Real Madrid und AC Mailand Titel en masse holte.

Andrij Schewtschenko: Dass Transfers oftmals einem Kuhhandel gleichen, zeigt das Beispiel Andrij Schewtschenko. Der Ukrainer wurde 1995 als 18-Jähriger für kleines Geld dem 1. FC Köln angeboten. Die Rheinländer lehnten ab. 1997 versuchte es der Berater des Spielers in Bremen. Zur Verpflichtung von Jurij Maximow sollte Schewtschenko “beigelegt” werden. Bremen verneinte. 1999 wechselte er schließlich zum AC Mailand, wo er 2003 die Champions League gewann.

Petr Čech: Die Verantwortlichen an der Weser hatten nicht immer den richtigen Riecher. Ballack = abgelehnt. Schewtschenko = abgelehnt. 2001 absolvierte dann auch noch Petr Čech ein Probetraining in Bremen. 600.000 Euro Ablöse für einen jungen Torwart konnten sie jedoch nicht mit ihrer Philosophie vereinbaren. Wer konnte ahnen, dass der Tscheche im Dienste von Chelsea 2005 zum Welttorhüter gewählt werden und außerdem mit den Engländern die Champions League und die Euro League gewinnen würde?

Michel Platini: Der UEFA-Verbandspräsident bandelte 1976 mit Saarbrücken an. Im Training gab er alles, überzeugen konnte er allerdings nicht. Den Saarländern war er einfach viel zu schmächtig.

James Rodriguez: Bei der WM glänzte die Offensivkraft und wurde Torschützenkönig. Real Madrid verpflichtete ihn nun für 80 Millionen. Vor einem Jahr hatte auch Borussia Dortmund ein Auge auf den jungen Kolumbianer geworfen. Er wurde als Ersatz für den nach München abgewanderten Mario Götze ins Spiel gebracht. Rodriguez wechselte dann aber für 45 Millionen nach Monaco – eine horrende Ablösesumme für einen damals noch unbekannten Spieler, für die die Monegassen von nicht Wenigen belächelt wurden. Jetzt sicher nicht mehr.

Franz Beckenbauer: Beendet werden die Beinahe-Transfers standesgemäß, nämlich mit dem Kaiser. Franz Beckenbauers Herz schlug als Kind blau-weiß. Sein Traumverein: 1860 München. Bis zu dem Tag, an dem er in einem Jugendmatch von einem 60er geohrfeigt wurde. Den FC Bayern dürfte es gefreut haben. Beckenbauer wurde ein Roter!

Foto: picture alliance / AP Photo

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