Diese Legionäre wollen durchstarten

Internationaler Fußball

Diese Legionäre wollen durchstarten

14.09.2014 | 12:59 | Annette

Die Bundesliga boomt und lockt mit vollen Stadien Stars wie Xabi Alonso an. Doch gleichzeitig sind auch die deutschen Spieler, spätestens nach dem WM-Sieg in Brasilien, auf dem ausländischen Markt heiß begehrt. Zahlreiche Kicker aus der Bundesrepublik verdienen mittlerweile ihr Brot in Spanien, England oder Italien. Wer genießt Dolce Vita, welche Spieler begeben sich in die Stierkampfarena, und wer freut sich über ein Treffen mit der Queen? Wir geben euch einen Überblick über die wichtigsten deutschen Legionäre.

Spanien: Den Spaniern schwante wohl schon 2010, dass die Fußballzukunft dem Land zwischen Nord- und Ostsee und den Alpen gehört – obwohl sie im WM-Halbfinale Deutschland besiegten und anschließend Weltmeister wurden. Also verpflichtete Real Madrid Mesut Özil und Sami Khedira. Der große Titel-Coup blieb zunächst aber aus, sodass Özil 2013 zu Arsenal abgegeben und dafür Gareth Bale geholt wurde – sehr zum Ärger der Madrilenischen Fans. Die wurden aber im Jahr darauf mit dem Champions-League-Sieg getröstet. Mit Sami Khedira, der zwar im Finale wieder dabei war, aber den Großteil der Saison aufgrund eines Kreuzbandrisses fehlte. Jetzt ist Khedira wieder verletzt, was seinen schweren Stand im Team nicht verbessern wird.

Bejubelt wird dagegen Toni Kroos, der seit dieser Saison in Spaniens Hauptstadt kickt. Fürs Einleben abseits des Platzes wurde auch schon gesorgt: sein Haus-Nachbar ist kein Geringerer als Cristiano Ronaldo.

Das Abenteuer Spanien wagte auch Gladbachs Marc-André ter Stegen. Er steht für den FC Barcelona zwischen den Pfosten. Während vorn Lionel Messi für Furore sorgt, kämpft ter Stegen mit Chiles Nationaltorwart Claudio Bravo um die Nummer eins im Tor. Die Fans hat er laut Umfragen (noch) nicht hinter sich.

Bei Piotr Trochowski läuft es nicht rund auf der Iberischen Halbinsel. In diesem Monat gab sein Verein, der FC Sevilla, bekannt, man habe den Vetrag aufgelöst. Trochowski entgegnete aber, davon nichts zu wissen. Mmh, vielleicht doch wieder in die Bundesliga?

Auf Wolke 7 schwebt immer noch Shkodran Mustafi, bei dem viele irgendwie ganz glücklich waren, dass er sich bei der WM verletzte und damit den Weg für eine Rückkehr Philipp Lahms auf die Außenverteigerposition frei machte. Der FC Valencia wollte sich aber einen Weltmeister nicht entgehen lassen, und so spielt Mustafi nun in der Primera Division. Wenn er dort auch die Tanzmoves auspackt, so wie im Maracana, sind ihm zumindest die weiblichen Fans sicher.

Italien: Bella Italia ist bekannt für schicke Mode und schöne Männer. Klar also, dass Mario Gomez dort spielt – und zwar beim AC Florenz. In der vergangenen Saison plagten den Stürmer erhebliche Vereltzungssorgen. Die ersten 12 Monate wurden für ihn also zum Geduldsspiel. Das soll jetzt besser werden. Er wil auf dem Platz für Furore sorgen. Vielleicht wissen die italienischen Fans besser mit seiner geschundenen Seele und seinem angeknacksten Selbstbewusstsein umzugehen als die DFB-Anhänger.

Deutsche Unterstützung erhält er neuerdings von Marko Marin. Den kennen wir, oder? Aber ja doch, der Offensivmann kickte früher in Bremen, bevor er Halt in England und Spanien machte. Jetzt also Florenz. Dort will er sich endlich mal wieder durchsetzen und den Bundestrainer auf sich aufmerksam machen. Marin und Gomez – da lohnt sich für Jogi doch die Reise in den Süden.

Und natürlich spielt in Italien noch der neue Liebling der Nation, der erst kürzlich von Angela Merkel den Integrationspreis verliehen bekam: Miro Klose, der WM-Rekordtorschütze. In der Nationalelf werden wir ihn nach seinem Rücktritt vermissen, die Fans von Lazio Rom dürfen sich noch ein weiteres Jahr über den Ausnahmestürmer freuen.

England: Wenn Bayern München FC Spanien genannt wird, dann müsste Arsenal London in Arsenal Deutschland umbenannt werden. Mit Per Mertesacker, Mesut Özil und Lukas Podolski spielen gleich drei Akteure beim Hauptstadtclub. Über unseren allseits geliebten Poldi gab es zwar einige Wechselgerüchte, aber er ist immer noch in London – wenn er nicht gerade Kölle unsicher macht!

André Schürrle kickt derweil unter José Mourinho bei Chelsea. Nach dem WM-Sieg hat sich dort sein Standing deutlich verbessert, schließlich wird er in die Geschichte eingehen als derjenige, der das entscheidende Tor im WM-Finale vorbereitete.

Und dann gibt es da noch einen Spieler namens Huth. Robert Huth, der für Stoke City aufläuft. Xavier Naidoo dichtete 2006: “Und auch Robert Huth machte sich gut. Und tat was ein guter Mann auf dem Spielfeld tut. Er brachte sich ein und man sah seinen Mut. Danach wieder auf die Bank, Robert ich zieh meinen Hut.” 2006 noch beim Sommermärchen dabei, wurde er seit 2010 nicht mehr für die Nationalelf nominiert – trotz sehr guter Leistung im Verein.

Foto: picture alliance / Marc Atkins / OffsideFot

 

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