Ein Sympathieträger ohne Perspektiven

Lukas Podolski

Ein Sympathieträger ohne Perspektiven

13.03.2015 | 8:17 | Annette

Gleich vorneweg: Wir mögen Lukas Podolski. Richtig gerne sogar. Als Mensch, als Spaßvogel, als Sinnbild des Anti-Promi. Wir schätzen ihn, weil er authentisch rüberkommt, weil er so bodenständig ist und statt nach Dubai oder auf die Malediven lieber zu seinen Großeltern nach Polen reist. Weil er trotz seines Ruhmes dennoch einer von uns geblieben ist – irgendwie. Weil sein Herz für seinen Heimatverein Köln schlägt, egal in welchem europäischen Land er gerade spielt. Oder auch nicht. Und genau das ist das Problem. Podolski kommt auf dem Fußballplatz einfach nicht mehr zum Zug. Nicht in London bei Arsenal, nicht in Mailand bei Inter. Und wir fragen uns: Wohin führt die Reise des Lukas Podolski?

Es sollte ein Neuanfang werden: Weil er unter Arsène Wenger in London keine Perspektiven mehr hatte, wechselte der Kölsche Jung im Winter auf Leihbasis zu Inter Mailand. Neuer Verein, neues Umfeld, neue Möglichkeiten? Während Xherdan Shaqiri, der von Bayern München zu den Italienern stieß, seine Chance nutzte und sich schnell in der Mannschaft etablierte, fristet Poldi sein Dasein wieder mal auf der Bank. In den bisherigen Einsätzen ist ihm kein einziger Treffer gelungen, negativer Höhepunkt stellte vor einigen Wochen eine Ecke dar, bei der er weniger den Ball als vielmehr die Fahne traf. Es läuft einfach nicht bei ihm. Bei seiner momentanen Leistung ist es schwer vorstellbar, dass Inter den Vertrag mit dem Deutschen verlängern wird. Was für Podolski eine Rückkehr nach England bedeuten würde – dorthin zurück, wo ihn wiederum auch niemand mehr haben möchte. Und dann? Eine Karriere am Spielfeldrand. Eine Karriere im fußballerischen Niemandsland.

Poldi trabt schon lange seiner einstigen Form hinterher. Früher zeichnete ihn sein strammer Schuss aus. Und eine gehörige Portion Selbstbewusstsein. Davon ist nicht mehr viel übrig geblieben. Einen Spielrhythmus hat er schon lange nicht mehr, die Position auf den Außenbahnen hat sich verändert. Im Blickpunkt stehen variable, wendige Kicker, die ihren Gegner auch mal austanzen und dann ihre Mitspieler mustergültig bedienen können. Für Podolski scheint es dort keinen Platz mehr zu geben. Sein Ziel – die EM 2016 – ist in weite Ferne gerückt. Ein Platz im DFB-Kader? Als Maskottchen, ja. Als Spieler, nein.

Gerüchten zufolge ist ein Wechsel in die Türkei im Bereich des Möglichen. Karriere-technisch wäre das ein weiterer Rückschritt für den 29-Jährigen, jedoch hätte er dort zumindest die Möglichkeit zu zeigen, ob und was er auf dem Rasen noch draufhat. Eine letzte Chance? Es wäre zu wünschen, dass er sie nutzt. Denn: Wir mögen Lukas Podolski. Richtig gerne sogar.

Foto: Facebook / Lukas Podolski

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