Mund abwischen, und weiter geht’s

EM-Qualifikation

Mund abwischen, und weiter geht’s

12.10.2014 | 1:03 | Annette

Die DFB-Elf hat ihr zweites EM-Qualifikationsspiel gegen Polen mit 0:2 verloren. Seien wir mal ehrlich, verpasst hat am gestrigen Abend niemand etwas – es sei denn, man kommt aus Polen. Historisch gesehen war die Partie a) die erste deutsche Niederlage in einem Pflichtspiel seit dem EM-Aus gegen Italien 2012 (ebenfalls in Warschau!), und b) der erste polnische Triumph gegen eine DFB-Auswahl. Die Spielerfrau zieht folgende Erkenntnisse aus der Begegnung und resümiert: Mund abwischen, und weiter geht’s.

  • Der Mann, der das schnellste Tor in der Bundesliga-Historie erzielte, durfte von Anfang an ran (mit Kloses Trikotnummer 11!) und hätte sein starkes Debüt beinahe mit einem Treffer gekrönt. Karim Bellarabi hat sich gut in das DFB-Gefüge integriert, und die Spielerfrau ist sich sicher, dass man von dem 24-Jährigen noch viel erwarten kann. Echte Konkurrenz für Mario Gomez! Der sollte schnell wieder fit werden, um in den Kampf um den Sturm-Stammplatz einzusteigen.
  • Manuel Neuer hielt zwar seinen Kasten gegen Robert Lewandowski sauber, agierte aber beim 1:0-Führungstreffer von Arkadiusz Milik in der 51. Minute nicht souverän: Neuer kam aus dem Tor raus und hechtete an der Flanke der Polen vorbei. Konsequenz: Patzer unserer Nummer eins; Jubelstürme im Warschauer Nationalstadion. Beim 2:0-Treffer sah wiederum Erik Durm gegen Robert Lewandowski nicht gut aus. Der Bayern-Stürmer konnte ungehindert in die Mitte flanken, wo Sebastian Mila in der 88. Minute die Niederlage der Deutschen besiegelte.
  • Die Niederlage für die DFB-Elf ist bitter, da sie die polnische Auswahl eigentlich dominierte und sich viele Möglichkeiten herausspielte. Neben Bellarabi hatte auch Lukas Podolski nach seiner Einwechslung eine gute Möglichkeit – nur die Latte stand im Weg und verhinderte einen Treffer des England-Legionärs in seiner Heimat.
  • Das Debüt von Jogi Löw und seinem neuen Assistenten Thomas Schneider lief harmonisch. Die hellblauen Hemden schmiegten sich bei beiden perfekt an den Körper. Um sich von seinem Chef ein wenig abzuheben, streifte der Co-Trainer noch ein Sakko über. Fashion hin oder her, jetzt aber im Ernst: Gemeinsam müssen sie vor allem hinsichtlich der EM 2016 in Frankreich darüber nachdenken, wie sie nach dem DFB-Karriereende von Philipp Lahm die Außenverteidigerpositionen besetzen – eine Schwachstelle im sonst gut besetzten Team.
  • Auch wenn es viele Pressestimmen nicht vermuten lassen: Die EM ist für Deutschland nicht in Gefahr! Das Medienecho vermittelt das Gefühl, dass die Kritiker der DFB-Elf zu lange warten mussten, um Negatives über diese Nationalmannschaft zu äußern. Die Niederlage gegen Polen eine Blamage? Nur Tabellenplatz drei? Immer mit der Ruhe. Gerade jetzt hat Jogi Löw die Möglichkeit, Spieler auszutesten und einen Kader zu formen. Einen Kader, der in zwei Jahren so weit sein muss, gegen Europas Elite zu gewinnen. Und übrigens: Auch Tabellenplatz drei könnte für die EM-Quali reichen.

Gegen Irland am kommenden Dienstag hat die DFB-Elf die Möglichkeit, wieder ein positives Zeichen zu setzen und drei Punkte einzufahren. Deshalb: Tief durchatmen, die nötigen Schlüsse aus dem Polen-Spiel ziehen und dann in Gelsenkirchen auftrumpfen. Dann wird auch das negative Medienecho – so schnell wie es kam – verstummen.

Foto: http://instagram.com/p/uBMSiAvQ7S/?modal=true

 

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