Die WM der Torhüter

Zwischen den Pfosten

Die WM der Torhüter

11.07.2014 | 1:30 | Annette

Torhüter zu sein ist ein ganz besonderer Job. Oftmals kämpfen die Jungs während der 90 Minuten gegen die Langeweile an. Doch Vorsicht: trotzdem fokussiert bleiben! Denn plötzlich gibt es Momente, in denen sie voll konzentriert sein müssen. Das ist die hohe Kunst der Wärter zwischen den Pfosten. In den vergangenen Wochen stand die Nummer 1 ungewöhnlich häufig in den Schlagzeilen. Die WM der Torhüter? Irgendwie schon. Wir haben auf jeden Fall fünf Prachtexemplare genauer untersucht. Und typisiert. Das Ergebnis? Vom Magier über den Psychopathen bis hin zum Helden: alles ist vertreten.

Guillermo Ochoa – Der bald nicht mehr Vereinslose
Ochoa? Nein, besser ist der Keeper unter dem Pseudonym “Wand von Mexiko” bekannt! Und das zu Recht. Im Spiel gegen Brasilien war der Torhüter der beste Mann auf dem Platz. Antizipierte jeden Ball der Gastgeber, hielt seinen Kasten sauber. Was Neymar und Co. beinahe verzweifeln ließ, sorgte im Netz für Jubelreigen. Und auf dem Transfermarkt für Wirbel. Ochoa ist nämlich seit Juli vereinslos. Bei dieser Leistung sicher nicht mehr lange. Die Topklubs haben schon die Fühler nach dem Tausendsassa ausgestreckt. Heißester Anwärter: Atlético Madrid!

Tim Krul – Der Psychopath
Bereits seine Einwechslung sorgte für Gesprächsstoff. Louis van Gaal entschied sich kurz vor dem Elfmeterschießen der Holländer gegen Costa Rica dafür, seinen Torhüter zu tauschen. Cillessen raus – Krul rein. Cillessen war natürlich angefressen, der Gegner fühlte sich respektlos behandelt. Doch es wurde noch schlimmer. Krul zeigte sich nicht cool, sondern eher cruel und kämpfte mit unfairen Methoden. Vor jedem Schützen Costa Ricas hampelte er herum und schrie: “I know, I know”. Wollte damit sagen: Ich weiß genau, wo du hinschießen möchtest. Sein Verhalten ist nicht regelwidrig, aber trotzdem unschön. Da hat uns der Zettel bei Jens Lehmann wesentlich besser gefallen.

Sergio Romero – Der Magier
Wie man beim Elfmeterschießen wirklich überzeugt, zeigte Argentiniens Sergio Romero im Halbfinale gegen Holland. Die Südamerikaner konnten sich auf ihre Nummer 1 verlassen. Kein “I know, I know”, sondern einfach nur glänzende Paraden. Das wollen wir sehen. Romero wurde zum Held des Spiels.

Keylor Navas – Der Analyst
Keylor Navas kann ganz schön anstrengend sein. Vor allem für seine Trainer. Denn der Torhüter Costa Ricas ist süchtig nach DVDs. DVDs mit Analysen seiner Kontrahenten. Welcher Spieler tritt mit welchem Fuß den Freistoß? Welche Laufwege tätigt der gegnerische Stürmer? Navas weiß es. Vor jeder Partie geht er deren Stärken und Schwächen durch und bereitet sich akribisch auf das Match vor. Und das sowohl bei der Nationalelf als auch bei seinem Verein Levante. Wenn der FC Barcelona kommt, dann zieht sich Navas schon mal acht Videos rein. Nach dem Motto: Gut vorbereitet = halb gewonnen.

Manuel Neuer – Unser Held
Was soll man zu unserem Rückhalt noch sagen? Der neue Titan? Er ist definitiv eine Bank im deutschen Team. Auf ihn kann man sich immer verlassen. Auf der Linie fischt er einfach alles aus dem Netz, egal, ob da jetzt Ronaldo oder Benzema vor ihm stehen. Unüberwindbar? Fast! Doch das ist nicht alles. Neuer ist nicht nur Torhüter, er ist auch 11. Feldspieler. Ballbehandlung? 1A. Spieleröffnung? 1A. Noch ein Spiel, und Neuer könnte Weltmeister sein. Er hätte es verdient.

Fotocredit: AFP – GABRIEL BOUYS

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