Das erwartet uns in Katar

Fußball-WM 2022

Das erwartet uns in Katar

11.02.2015 | 2:43 | Annette

Vergangenes Wochenende ging sie zu Ende, die Handball-WM in Katar. Katar? Das ist dieses Emirat, das in den nächsten Jahren über 17 verschiedene Titelkämpfe austragen wird, zum krönenden Abschluss 2022 die Fußball-Weltmeisterschaft. Katar? Das ist dieses heiße Fleckchen Erde, das zwar Unmengen an Kohle besitzt, aber – was diese Sportarten betrifft – wenig bis keine Tradition vorzuweisen hat. Handball? Kannten die wenigsten Bewohner vor den Wettkämpfen. Fußball ist da schon geläufiger, aber die Spiele werden außergewöhnlich, ungewöhnlich, gewöhnungsbedürftig? Deshalb blickte Die Spielerfrau ganz genau auf die Handball-Partien, um erste Erkenntnisse zur Organisation und zur Atmosphäre 2022 zu erhalten.

Es wird an nichts mangeln – zumindest, was Mann beziehungsweise Scheich mit Geld kaufen kann. Bei der Handball-WM wurden Fans aus Spanien eingekauft, die für Stimmung in den Hallen sorgen sollten. Logisch, denn Handball-Begeisterung ist bei den Katarern selbst nicht ausgebrochen. Das wird 2022 wohl anders sein. Fußballleidenschaft, wie wir sie kennen, wird es in Katar zwar nicht geben, aber die Fußballanhänger werden in Scharen ins Emirat zu den Spielen reisen – und das ganz ohne Bezahlung. Katar darf sich also zum Beispiel auf grölende Engländer freuen. Doch Vorsicht, liebe Freunde von der Insel: Eigentlich ist in Katar Bier nicht erlaubt. Das führte bereits bei der WM-Generalprobe, dem Asien Cup 2011, zu mieser Stimmung. Und die Stadien waren nur unzureichend gefüllt. Genauso bei der Handball-WM – bezahlte Fans hin oder her. 2022 soll der Alkohol dann doch fließen.

In Katar wird es heiß werden. Sehr, sehr heiß. Und das liegt nicht an den mitgereisten Spielerfrauen, sondern am Wetter. Die Sonne brennt. Bis zu 40 Grad wird das Thermometer im Sommer erreichen. Puh, Alkohol und dann noch dieses Klima? Da darf das stetige Eincremen mit Sonnenmilch nicht vergessen werden, sonst sehen nicht nur die englischen Fans rot. Das Wetter spielte bei der Handball-WM keine so große Rolle. Klar, die Spiele fanden ja in Hallen statt. Und das im Winter, wo die Temperaturen mit 25 Grad zum Aushalten waren. Für die Fußballstadien soll nun ebenfalls eine Vollklimatisierung helfen. Oder die Verlegung des Turniers in den Winter. An eine Absage an die Ausrichter wurde dagegen nicht gedacht. Warum auch? Das hätte die Gemüter der Scheichs und der Fifa nur unnötig erhitzt.

Was wird der Fan neben Sonnenbrand alles erwarten? Vielleicht Bier, vielleicht eine passable Stimmung in den neuen Arenen, und dazu ein Turnier der kurzen Wege. Zumindest, was die Entfernungen in Kilometern gerechnet betrifft. Mehrere Stadien in einer Stadt wird es geben. Eine Zeitersparnis muss das aber nicht bedeuten. Gäste bei der Handball-WM klagten über fehlende Infrastruktur und viele Staus. So kann sich ein Ausflug zum Kamelreiten schon einmal zum Tag im Auto entwickeln. Zumindest vollklimatisiert. Bis 2022 sind es außerdem noch sieben Jahre. Und Geld (siehe Punkt 1) ist ja massenhaft vorhanden. Da lässt sich doch noch was machen, oder?

Das denkt sich sicher auch die Nationalmannschaft aus Katar. Und nimmt sich ein Beispiel an ihren Handballer-Kollegen. Die belegten bei der WM 2013 noch den 20. Platz, standen beim Heimturnier dann aber im Finale gegen Frankreich. Wie geht so etwas? Geld heißt wieder einmal das Zauberwort. So wurden mit ordentlich Asche Spieler aus Montenegro, Kuba und Spanien eingekauft und ihnen als Sahnehäubchen eine lebenslange Rente versprochen. Bei den Fußballern wird dies nicht so einfach werden. Anders als beim Handball darf ein Kicker, der bereits sein A-Länderspiel-Debüt absolvierte, nicht mehr den Verband wechseln. Im Handball ist dies nach einer dreijährigen Sperre möglich. Das bedeutet, dass die Verantwortlichen mit Blick auf das Heimturnier schon früher zugreifen müssten. Vorsicht, DFB: Passt aus diesem Grund auf eure U15/U16-Nationalspieler auf …

Heißt der Weltmeister 2022 also Katar? Nichts ist unmöglich. Aber Hoffnung gibt uns wiederum die Handball-WM. Das Endspiel gewann Frankreich. Der Sport hatte letztlich doch gesiegt, wodurch sich zeigt: Mit Geld kann man (noch) nicht alles kaufen.

Foto: https://www.facebook.com/259657987536768/photos/pb.259657987536768.-2207520000.1423387209./393840840785148/?type=3&theater

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