Unsere WM-Helden als Filmstars

DFB goes Hollywood

Unsere WM-Helden als Filmstars

09.10.2014 | 10:00 | Annette

And the Oscar goes to: “Die Mannschaft”! Gänsehaut breitet sich wieder über den gesamten Körper aus, denn Ende des Jahres schenkt der DFB seinen Fans einen waschechten Weltmeister-Film, der den Triumph von Rio nochmals aufleben lässt. Neben TV- und FIFA-Aufnahmen werden auch Privatmitschnitte der Spieler einen ganz persönlichen Einblick in die Arbeit und die Stimmung der Nationalelf während der WM in Brasilien gewähren. Unsere Helden werden Filmstars! Während die Kicker aber in “Die Mannschaft” nur sich selbst verkörpern, hat Die Spielerfrau in Hollywoods Werkekiste gestöbert und dort passende Filmrollen für die Maracanã-Protagonisten gefunden. Neugierig? MAZ ab!

Manuel Neuer: Thor („Thor”, 2011)
Der Name allein ist schon für einen (eher schlechten) Wortwitz gut. Außerdem beschützt Chris Hemsworth in der Rolle mit seinem Hammer die Menschheit, Manuel Neuer sichert mit seinen hammermäßigen Fähigkeiten das Tor, die Mannschaft, und damit ganz Fußball-Deutschland.

Philipp Lahm: Frodo Beutlin („Der Herr der Ringe”-Reihe, 2001-2003)
Erste Gemeinsamkeit: die Größe bzw. Kleine. Außerdem: Während Elijah Wood als Frodo die große Verantwortung auf sich nimmt, als Träger DES Rings zu fungieren und dabei seine Gefährten anzuführen, übernahm Philipp Lahm die Verantwortung der Kapitänsbinde und führte seine Mannschaft zum WM-Titel.

Jérôme Boateng: John Hancock („Hancock”, 2008)
Ok, der Jérôme hing noch nie an der Flasche wie Will Smith’ Figur, zumindest ist davon öffentlich nichts bekannt. Aber ähnlich wie dem Superhelden dank seines Alkoholismus bei der Verbrecherjagd die dicksten Schnitzer passieren, hatte auch Boateng nach einigen Unachtsamkeiten viele Jahre den Ruf als „Bruder Leichtfuß” weg, der sich seine unbestritten überragenden Fähigkeiten durch Unkonzentriertheit und dem Hang zur Lässigkeit zunichte machte. Während Hancock dank eines Marketingexperten auf den rechten Pfad fand, hat Boateng sein schlechtes Image durch Konstanz auf dem Platz widerlegt.

Mats Hummels: Herzog von Buckingham („Die drei Musketiere”, 2011)
Mats Hummels und Orlando Bloom als Herzog von Buckingham? Die zwei heißen Schnitten wurden doch bei der Geburt getrennt, oder? Diese braunen Löckchen. Dieser gestutzte Bart. Und während der Herzog aufgrund seiner außergewöhnlichen Schönheit von sich reden machte, avancierte auch Mats Hummels früh zum Traum aller Schwiegermütter. Nebenbei entwickelte er sich zu einem der besten Innenverteidiger der Welt.

Benedikt Höwedes: Nummer Vier („Ich bin Nummer Vier”, 2011)
Neben der offensichtlichen Parallele, Bennys Rückennummer, gibt es optische Ähnlichkeiten zu Darsteller Alex Pettyfer. Außerdem ist die Figur John aka Nummer Vier als unscheinbarer junger Mann angelegt, der nach und nach feststellt, dass er übernatürliche Kräfte hat und ihm eine besondere Verantwortung zukommt. Parallel dazu konnte sich Höwedes im Laufe der WM auf einer ihm eigentlich nicht zugedachten Position stetig steigern und insgesamt überzeugen.

Christoph Kramer: Dave Lizewski aka Kick-Ass („Kick-Ass”, 2010)
Jung, unbeschwert, draufgängerisch: So wie Aaron Taylor-Johnson sich als Superheld ohne Superkräfte den Schwergewichten der Verbrecherszene entgegenstellt, hat es auch Christoph Kramer als Quasi-Debütant bei der WM mit den Großen der internationalen Fußballebene aufgenommen und sich dabei hin und wieder ohne Rücksicht auf Verluste ins Getümmel gestürzt – auch wenn das mit körperlichen Beeinträchtigungen und Gedächtnisverlust einherging.

Bastian Schweinsteiger: John McClane („Stirb Langsam”-Reihe, 1988-2013)
So wie Bruce Willis als John McClane regelmäßig in allen möglichen Situationen auf die Fresse kriegt und dem Tod dabei mehrfach ins Auge blickt, nur um am Ende stets optisch lädiert aber siegreich aus der Schlacht hervorzugehen, hat sich auch Schweini im Laufe seiner Karriere immer wieder von karrierebedrohenden Verletzungen erholt und in Führungsspielermanier Erfolge gefeiert – inklusive Blutfließen und privaten Beziehungsproblemen.

Thomas Müller: Smith („Shoot ‘em up”, 2007)
Unter einem Tisch hängend, mit Baby im Arm, kopfüber in der Luft: Clive Owen trifft als Smith aus allen Lagen, zwar mit einer bzw. mehreren Knarren, aber der Müller ist mit dem Ball ähnlich variantenreich. Egal, wie komisch die Kugel anrollt oder wie ungefährlich die Situation erscheint, es müllert regelmäßig, gerade zur WM-Zeit. „Haben wir es wirklich versaut, oder ist dieser Kerl wirklich so gut?” Was der Bösewicht in diesem Actionfilm fragt, hätten sich zum Beispiel auch die Portugiesen im Auftaktmatch wundern können. Außerdem hat Smith genau wie Müller immer einen lockeren Spruch auf den Lippen.

Toni Kroos: Léon („Léon der Profi”, 1994)
Profis sind die Aufgeführten hier alle, was Kroos mit Jean Renos Figur vor allem verbindet ist Ruhe und Unscheinbarkeit. Schon privat ist er kein Lautsprecher, der sich in den Mittelpunkt drängt, und auch auf dem Feld fällt seine ordnende Hand im Spiel der Nationalmannschaft nur selten auf – bis er den tödlichen Pass spielt. Auftragskiller Léon bleibt dementsprechend so lange im Dunkeln, bis er seinem Opfer das Messer an die Gurgel hält, und verschwindet ebenso lautlos wie er gekommen ist.

Mesut Özil: Flik („Das große Krabbeln”, 1998)
Auch wenn der Name der Pixar-Figur hervorragend zu unserem Ex-Co und Neu-Sportdirektor Hansi passt, zeigt Özil die passenderen Parallelen. Da wären nicht nur die großen Augen, sondern auch die Probleme der öffentlichen Wahrnehmung. Flik ist kreativ und erfindet regelmäßig – meist unnütze – Dinge, wofür ihn die anderen Ameisen als Sonderling abgrenzen. Sein ganzes Leben lang muss er um Anerkennung kämpfen. Özil kämpft um selbige, weil bei ihm oft kritisiert wird, dass er sein geniales Potenzial nur selten ausschöpft.

Miroslav Klose: Roger Murtaugh („Lethal Weapon”-Reihe, 1987-1998)
„Ich bin zu alt für diesen Scheiß!” Obwohl Danny Glover als Sergeant Murtaugh in jedem „Lethal Weapon”-Film vor der Pension steht, ist er auch im bislang letzten von 1998 noch im Dienst. Der Miro hat sich den Spruch zu Herzen genommen und nach der WM Schluss gemacht, wenn auch nur in Bezug auf die Nationalmannschaft. Klagen wie die obere hat man von ihm allerdings nie gehört, aber der Körper fordert nach zahlreichen Verletzungen in den vergangenen Jahren auch irgendwann Tribut.

André Schürrle: Brian O’Conner („The Fast and the Furious”, 2001)
Dreitagebart und lockige Kurzhaarfrisur: Nicht nur optisch weisen Paul Walker als Brian O’Conner und André Schürrle Ähnlichkeiten auf. Auf dem Platz beackert der England-Legionär den linken Flügel genauso schnell und furios wie der FBI-Agent seine getunten Schlitten. Die Leidenschaft für schnelle Autos teilt der Weltmeister übrigens auch. Er fährt unter anderem einen Audi RS 4 Avant.

Mario Götze: Wyatt Earp („Wyatt Earp – Das Leben einer Legende”, 1994)
Mit seinem Tor im WM-Finale hat sich Mario Götze in die Geschichtsbücher geschossen und damit schon in jungen Jahren Legendenstatus erreicht. Was liegt also näher, als Legenden unter sich zu vereinen – wie hier mit Kevin Costner als Wyatt Earp, der allem Anschein nach auch eine Legende ist – schenkt man dem deutschen Titelzusatz glauben.

Per Mertesacker: Howard Beale („Network”, 1976)
Wenn es um flammende Reden geht, ging der mittlerweile zurückgetretene Weltmeister beim DFB-Team mit gutem Beispiel voran. Dass dabei auch hin und wieder eine gute Portion Medienkritik mitschwang, ist mehr als lobenswert. Wer fühlte sich bei Pers Ansprache nach dem Achtelfinale gegen Algerien nicht an Peter Finchs legendäre Wutrede erinnert, deren markantester Satz in den deutschen Synchro lautete: „Ihr könnt mich alle am Arsch lecken, ich lass mir das nicht mehr länger gefallen!” Allerdings deckte der Ausbruch des Nachrichtensprechers inhaltlich eine größere Bandbreite ab und hat heute mehr Gültigkeit denn je.

Lieben Dank an unseren Filmexperten und Hollywood-Insider Tobias Röhring für diesen Beitrag!

Foto: https://www.facebook.com/BastianSchweinsteiger

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