“Maschine” Müller trifft … und trifft

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“Maschine” Müller trifft … und trifft

09.09.2014 | 1:35 | Annette

Schottlands Nationaltrainer Gordon Strachan stellte nach dem EM-Qualifikationsspiel gegen Deutschland resigniert fest, dass dieser Thomas Müller eine Maschine sei. Gemeint hat er damit die Aktion, die zum zwischenzeitlichen 1:0 der DFB-Elf geführt hat. Im Strafraum katapultierte sich Müller zwischen zwei Gegenspielern in die Luft und schoss mit dem Hinterkopf die Führung. Strachan konstatierte weiter: “Da kann man nichts machen. Er springt 2,50 Meter hoch.” Maschine, Torjäger, Pfundskerl – dieser Müller lebt eine Karriere der Superlative. Und bleibt dabei dennoch so unheimlich authentisch und sympathisch, dass ihm ganz Fußball-Deutschland zu Füßen liegt.

Wie macht er das nur, wird sich Mario Gomez von Zeit zu Zeit fragen, wenn er Thomas Müller beobachtet. Während der gebürtige Unlinger nichts richtig machen kann, gelingt Thomas Müller einfach ALLES. Mit einer Seelenruhe bewegt er sich im gegnerischen Strafraum, lässt sich zurückfallen, kommt von der Seite und steht immer richtig. Auf Thomas Müller ist Verlass, und er trifft. Und trifft. Und trifft. Auch wenn er mal eine Chance vergibt, wie zu Beginn des Schottland-Spiels, lässt er sich nicht entmutigen, denn er weiß genau, was er kann. Und dass die nächste Möglichkeit nicht lange auf sich warten lässt.
Was ihn auszeichnet? Müller spielt unkonventionell und ist dadurch für seine Gegner nicht ausrechenbar. Das ruft auch Neider auf den Plan, die aber überwiegend aus dem Ausland kommen. Die englische Presse berichtete nun vom hässlichen Gesicht, das Müller mit seinem Foul kurz vor Ende der Spielzeit der EM-Quali gezeigt hätte. Ein taktisches Foul, das dem Offensivmann zwar eine gelbe Karte einbrachte, aber eben auch einen schnellen Tempogegenstoß der Schotten verhinderte.
Sollen sie in England von fehlender Fairness sprechen, wir loben die äußerst clevere Aktion des Münchners. Müller weiß, was er wann machen muss, um seiner Mannschaft zu helfen. Mit seinen 25 Jahren ist er Champions-League-Sieger, mehrmaliger Deutscher Meister und DFB-Pokalsieger. Und jetzt eben auch Weltmeister.

Allüren kennt dieser Müller aber nicht, und genau das macht ihn so sympathisch. Er ist auf dem Boden geblieben und verstellt sich nicht. Mit gerade einmal 20 Jahren hat er seine Jugendliebe Lisa geheiratet, die beiden meiden die große Bühne und verfolgen lieber ihr gemeinsamen Hobby, das Reiten.
Bei Interviews kann Müller schon einmal deutliche Wort finden, gleichzeitig ist er aber auch für jeden Spaß zu haben. Müller ist ein Aushängeschild, nicht nur für Bayern München, sondern auch für die Nationalelf. Dort wurde er von Jogi Löw nun in den Spielerrat berufen. Doch Müller braucht kein Amt, um Verantwortung zu übernehmen. “Er ist immer da, wo es brennt und wo man sein muss als Stürmer”, schwärmt der Bundestrainer und weiß ganz genau, was er da für einen Goldjungen in seinen Reihen hat.
Müller ist vielleicht nicht der beste Techniker, seine Tore verdienen nicht immer einen Schönheitspreis, doch wen interessiert das? Thomas Müller entscheidet Partien und ist deshalb so wertvoll.

Foto: picture alliance / Avanti-Fotografie

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