Neymar: Ein Mann, ein Traum, eine Botschaft

WM-Momente

Neymar: Ein Mann, ein Traum, eine Botschaft

07.07.2014 | 12:28 | Annette

Auf ihm lasteten die Hoffnungen und Erwartungen einer ganzen Nation: Neymar wollte die Seleção zum WM-Titel führen. Und was für eine emotionale Reise war es bis jetzt für alle brasilianischen Kicker! Sie spielten nicht nur für ihr Land, sondern auch für die Demonstranten auf den Straßen von Rio und São Paulo. Sie marschierten mit der Hand auf der Schulter des Vordermanns ins Stadion ein, die Nationalhymne wurde herausgebrüllt und sogar noch weiter intoniert, als die Musik bereits endete. Tränen kullerten die Wangen der sonst so harten Kicker herunter, der psychische Druck war spürbar. Aber sie haben es ins Halbfinale geschafft. Verkrampft zwar, nicht unbedingt glanzvoll, doch sie stehen nun ihrem Traum vom Finale bei der Heim-WM ganz nahe. Überragender Mann: Neymar. Über den Superstar lief das gesamte brasilianische Angriffsspiel. War Neymar gut drauf, war auch die Seleção gut drauf. Tauchte Neymar ab, tauchte auch die Seleção ab.

FBL-WC-2014-BRA-COL--NEYMARNeymar ist erst 22 Jahre jung, doch er nahm seine Aufgabe an und erfüllte sie. Doch nun ist die WM für ihn zu Ende: ein böses Foul im Viertelfinale gegen Kolumbien – ein Lendenwirbelbruch – ein ganzes Land im Schockzustand. Neymar hatte nochmals Glück gehabt. Mit Wirbelschäden ist nicht zu spaßen. Neymar wird wieder fit werden, aber nicht für die Partie gegen Deutschland. Nicht für ein mögliches Finale im Maracanã. Sein Traum ist jedoch noch nicht ausgeträumt. In einer bewegenden Videobotschaft richtete er nun emotionale Worte ans brasilianische Volk. Die Trauer über sein WM-Aus kann man Neymar ansehen. Er hat rote Augen, die von vielen vergossenen Tränen zeugen. Doch er bedankt sich für die tolle Unterstützung der Fans und glaubt weiter an seine Mannschaftskollegen und an den Titel.

Die Videobotschaft macht traurig. Bastian Schweinsteiger betonte bei der Pressekonferenz, dass er mit Neymar fühle und man als Sportler immer gern gegen das bestmöglichste Team gewinnen möchte. Heißt: Der DFB-Elf wäre es lieber gewesen, Brasilien mit Neymar zu besiegen. Das wird nicht passieren. Wenn überhaupt, wird Neymar die Partie auf der Tribüne verfolgen. Sollten es seine Schmerzen zulassen. Mit seinen Worten hat Neymar Brasilien noch mehr zusammengeschweißt. Das Team möchte ins Finale. Auch für Neymar. Für Jogis Jungs macht es die Sache nicht einfacher.

Fotocredits: AFP – TASSO MARCELO / AFP – ODD ANDERSEN

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