Spiel, Satz und Erdbeeren

Wimbledon-Finale

Spiel, Satz und Erdbeeren

06.07.2014 | 12:03 | Annette

Heute ruht in Brasilien der Ball. Die Vorbereitungen auf die Halbfinals gehen in die heiße Phase. Der Ruhetag gibt Der Spielerfrau die Möglichkeit, durchzuatmen und einen Blick über den Tellerrand zu wagen. Was passiert eigentlich sonst so in der Sportwelt? Wir landen in London. Rundes Leder war dort gestern (vor allem nach dem Vorrunden-Aus Englands). Im Moment dreht sich neben Prince George aber alles um einen kleinen, gelben Filzball. Wimbledon-Finale! Das traditionsreichste Grand-Slam-Turnier sucht heute seinen diesjährigen Sieger im Herreneinzel. Anwärter: Roger Federer und Novak Djokovic – oder anders ausgedrückt: Schweiz und Serbien, um doch im Fußball-Modus zu bleiben.

Dieses Endspiel ist keine Überraschung. Seit Jahren dominieren die sogenannten Fab Four, bestehend aus Rafael Nadal, Novak Djokovic, Roger Federer und Andy Murray, die Tennisszene. Vor allem bei den Grand Slams. Nur selten gelingt es Spielern, in diese fast unbesiegbare Phalanx einzudringen. Bei den Australien Open durfte sich Stanislaw Wawrinka freuen, als er im Finale Nadal besiegte. Der Spanier triumphierte jedoch bei den French Open – seinem Wohnzimmer. Dort setzte er sich gegen Novak Djokovic durch und konnte zum neunten Mal in Paris gewinnen. Rekord!

In Wimbledon, wo die Zuschauer bevorzugt Erdbeeren mit Sahne essen und Prinzessin Catherine auf der Tribüne mitfiebert, TENNIS-GBR-WIMBLEDONschnupperten der Bulgare (und Sharapova-Freund) Dimitrow sowie der Kanadier Raonic in den Halbfinals an einer Sensation. Doch die Zeit war (noch) nicht reif. Im Finale duellieren sich also Djokovic und Federer. Der Schweizer gewann das Rasenturnier bereits sieben Mal, zuletzt allerdings vor zwei Jahren. Manch ein Experte zählte die ehemalige Nummer 1 der Welt schon zum alten Eisen, riet dem Vierfach-Vater gar, sich doch lieber auf seine Familie zu  konzentrieren. Weit gefehlt. Federer kann es immer noch. Effektiv, elegant und souverän.

Auch Djokovic ist bereit. Er hatte zwar im Turnierverlauf mehr Probleme als sein Kontrahent, doch er hat sich ins Finale gekämpft. Und da zählt vor allem eins: Day Twelve: The Championships - Wimbledon 2014mentale Stärke. Für die hat sich der Serbe einen Großen des Fachs an seine Seite geholt: Boris Becker. Während dieser in Deutschland eher in den Klatschspalten zu finden ist, scheint er Djokovic den absoluten Siegeswillen zurückgegeben zu haben. Und Becker muss es wissen: Er konnte Wimbledon ganze drei Mal gewinnen. Noch ein Umstand dürfte Djokovic antreiben: Seine Freundin Jelena ist schwanger. Was Babynews und Vaterfreuden bewirken können, weiß Federer nur zu gut. Und ist gewarnt.

Fotocredits: Getty Images Sport – Al Bello / AFP – ANDREW COWIE / Getty Images Sport – Jan Kruger 

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