Schnörkellos und bissig: Antonio Rüdiger

Frischfleisch

Schnörkellos und bissig: Antonio Rüdiger

05.09.2014 | 12:58 | Annette

Einsame Eistonne sucht neuen Besitzer. So oder so ähnlich hätte die Ausschreibung von Per Mertesackers Lieblingsstück nach dessen Rücktritt aus der Nationalmannschaft lauten können. Weltberühmte Eistonne hat neuen Besitzer gefunden, würde es nun vermutlich nach dem ersten Auftritt der Weltmeister nach dem Finale gegen Argentinien heißen. Und wer ist dieser privilegierte Mann, der in Zukunft ins regenerative DFB-Kühl steigen darf? Der besagte Innenverteidiger ist 21 Jahre jung, wurde in Berlin geboren, spielt aktuell beim VfB Stuttgart und nennt sich Antonio Rüdiger.

Der Sohn eines deutschen Vaters und einer Mutter aus Sierra Leone erinnert von seiner Statur und der kampfbetonten Spielweise doch stark an unseren Eistonnen-Star Mertesacker. Und könnte tatsächlich in dessen Fußstapfen treten. Sein Länderspiel-Debüt feierte Toni am 13. Mai beim Freundschaftskick gegen Polen – viele Stars waren da noch für ihre Vereine aktiv. Rüdiger freute sich dennoch über die Berufung und hätte seinen ersten Auftritt mit dem Adler auf der Brust beinahe mit einem Tor gekrönt. Für die Länderspiele gegen Argentinien und Schottland wurde er von Bundestrainer Jogi Löw erneut nominiert. Diesmal an seiner Seite: der Großteil der Weltmeister. Ein tolles Gefühl für den 1,90-Meter-Mann.

Und wenn Mertesacker in Interviewlaune fragen würde, was willste denn, würde Rüdiger antworten: lernen, mich immer weiter entwickeln, Fuß fassen und mich im Kreise der DFB-Elf etablieren. Sein großer Traum: die Premier League. Dort, wo auch dieser Mertesacker kickt. Manchester United zeigte im Sommer sogar Interesse am Abwehrallrounder, aber der blieb im Schwabenländle. Vorerst. Dort läuft es mit dem VfB nicht rund, seine Alternative ManU steht allerdings nach einem blamablen Saisonstart auch in der Kritik. Da wird die Nationalelf fast zur Wohlfühloase. Gegen die Gauchos durfte Rüdiger einige Minuten ran und sich anbieten. Er agierte gewohnt schnörkellos und bissig.

Konsequent verfolgt er auch seine Karriere. 2009 erhielt er die höchste Auszeichnung für deutsche Nachwuchsspieler – die Fritz-Walter-Medaille. 2011 wechselte er schließlich von Borussia Dortmund an den Neckar, obwohl ihm dieser Transfer eine halbjährige Sperre einbrachte. Rüdiger denkt langfristig. Er sagt: Ich bin bereit! Die Eistonne freut sich. Und wir sind gespannt – auf eine Nationalelf ohne Per Mertesacker, aber mit Antonio Rüdiger.

Foto: picture alliance / Rolf Kosecki

Eine Antowort zum Thema: “Schnörkellos und bissig: Antonio Rüdiger

  1. abiszet sagt:

    So, so, Frischfleisch ;-) Sehr schöner Artikel, den wir auch gleich in einem von uns verlinkt haben.
    http://vertikalpass.de/trainer-trainer-ich-kann-auch-verteidiger-spielen/

    Sehr einfallslos zwar, Rüdiger als “kleinen Boateng” zu bezeichnen, aber auch kein schlechter Artikel:
    http://www.sueddeutsche.de/sport/dfb-verteidiger-antonio-ruediger-kleiner-boateng-1.2117220
    Bis bald mal wieder!

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