Kleine Männer sind gefährlich

Angewandte Psychologie

Kleine Männer sind gefährlich

05.08.2014 | 2:38 | Natalia

Karl Lagerfeld sagte einmal: “Es gibt zwei gefährliche Rassen: kleine Männer und frustrierte Menschen.” Spätestens seit Berlusconi wissen wir: Mit kleinen Männern ist tatsächlich nicht gut Kirschen essen. Man sagt den niedrigen Exemplaren des starken Geschlechts so einige unangenehme Eigenheiten nach. Berühmte Studienobjekte gibt es zur Genüge: Stalin, Sarkozy, Hi… wobei, das führt jetzt vielleicht zu weit. Da war doch noch einer. Ach ja, Napoléon. Nach dem wurde die Verhaltensauffälligkeit kleiner Männer ja auch benannt: Napoléon-Komplex. Alles kleine Tyrannen. Uns ist daran gelegen, die Aktualität dieses Merkmalsbündels wissenschaftlich zu prüfen. Per Zufallsgenerator ist die Wahl unseres Exempels auf Fifa-Boss Sepp Blatter (1,71 m) gefallen. Dann schauen wir doch mal.

  • Behauptung 1: Kleine Männer sind erfolgreicher.
    Sepp Blatter ist ziemlich erfolgreich, oder? Immerhin lenkt er die Fifa, was heutzutage Entscheidungsgewalt über Steuersätze, Volksverschuldungen und die Definition von Korruption bedeutet.
  • Behauptung 2: Kleine Männer haben mehr Ehrgeiz.
    Ooohoho, Blatter hat viel Ehrgeiz. Das einzige, wovon er noch mehr hat, ist Geld. Welches ihm wiederum ein kleines bisschen bei seinen ehrgeizigen Plänen hilft.
  • Behauptung 2: Kleine Männer mobben häufiger.
    Also bitte! Doch nicht Blatter. Zen-Ruffinen war eindeutig selbst schuld, und außerdem im Unrecht. Der inzwischen verstorbene Farah Addo auch. Und Rauball auch. Und …
  • Behauptung 3: Kleine Männer sind aggressiver.
    Schwer zu sagen. Ein Sepp Blatter wird nicht aggressiv. Er lässt aggressiv werden. Kurios ist hingegen, dass ausgerechnet er kürzlich einen ziemlich aggressiven Drohbrief von Isis-Terroristen erhielt mit der Forderung, die Weltmeisterschaft in Katar zu canceln. Wie beschämend. Hätten wir diese unsägliche WM nicht schon längst mit friedlichen Mitteln verhindern sollen?
  • Behauptung 4: Kleine Männer sind sind geltungssüchtig.
    DAS trifft nun wirklich nicht zu. Sepp Blatter ist praktisch der Per Mertesacker der Funktionäre. Selbstlos, immer im Dienst der Sache. Würde sich auch mal zurücknehmen, den Wasserträger geben, wenn es dem Fußball dienen würde. Um seine eigene Person geht es ihm schon lange nicht mehr. Die steht mittlerweile nur noch in der Gegend herum und lächelt harmlos, während sein außerkörperlicher Geist versucht, die systematische Zerstörung des Fußball-Weltverbandes zu verhindern.
  • Behauptung 5: Kleine Männer sind Tyrannen.
    Ups, erwischt. Sogar der ehemalige englische Nationalspieler Gary Lineker bezeichnete Blatter kürzlich als “Diktator”. Im Grunde ist er aber bloß wütend, dass es ihm nicht gelungen ist, die WM 2018 nach England zu holen.
  • Behauptung 6: Kleine Männer sind schnell beleidigt.
    Folgendes Szenario: Blatter muss haufenweise Kritik für die Vergabe der WM 2022 an Katar einstecken. Einige Medien sind da nicht zimperlich. Vor den Delegierten der Asiatischen Fußball-Konföderation AFC zeigt sich der Fifa-Boss angefressen und auskunftsfreudig – eine schlechte, wenn auch aussagekräftige Kombination. Das Ganze sei eine “Schmierenkampagne”, außerdem seien “Diskriminierung und Rassismus” im Spiel. Der Prototyp einer beleidigten Leberwurst, oder?

Fazit: Sepp Blatter ist klein. Er ist ein kleiner Mann. Er ist ein gefährlicher kleiner Mann. Es scheint als etwas dran zu sein an der Napoléon-Theorie. Und wenn man sich Maradona so anschaut …
Jede Regel hat zum Glück auch ihre Ausnahmen, sonst wäre sie ja keine Regel. Thomas “Icke” Häßler trägt ebenso zur Ehrenrettung der kleinen Männer bei wie Lionel Messi und Marko Marin. “Klein, aber oho” heißt es ja immerhin auch.

Foto: Patrick Seeger/dpa

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