Tröstende Worte für James Rodriguez

WM-Momente

Tröstende Worte für James Rodriguez

05.07.2014 | 1:58 | Annette

Auf dem Platz wird gekämpft. 90 Minuten oder länger, auch mit Mitteln und einer Härte, welche nicht immer fair sind und weh tun. Superstar Neymar kann ein Lied davon singen. Sein WM-Aus überschattete den Halbfinal-Einzug der Seleção gegen Kolumbien. Den 2:1-Sieg mussten die Brasilianer somit richtig teuer bezahlen. Schön ist es aber, dass nach dem Schlusspfiff die Rivalitäten und die Aggressivität ad acta gelegt werden und aus Sportlern und Gegnern plötzlich einfach nur Menschen und Weggefährten werden.

Nach der Niederlage gegen Brasilien konnte Kolumbiens Senkrechtstarter und Goalgetter James Rodriguez seine Tränen nicht mehr zurückhalten. Sie kullerten seine Wangen hinunter und waren Ausdruck grenzenloser Enttäuschung und Niedergeschlagenheit. Mit seinem Anschlusstor in der 80. Minuten hatte er nochmals die Hoffnungen auf eine Wende im Spiel geschürt. Doch es sollte nicht sein. Rodriguez war untröstlich, trottete hadernd über den grünen Rasen und konnte die Welt nicht mehr verstehen. Er wollte unbedingt gewinnen, für sich und für sein Land. Später wird er berichten: “Ich war so traurig, weil ich unbedingt wollte, dass wir hier Geschichte schreiben.” Da näherte sich ihm Brasiliens David Luiz, vor noch nicht einmal einer Viertelstunde noch Gegenspieler und Kontrahent, und nahm Rodriguez einfach nur in die Arme. Und flüsterte ihm tröstende Worte ins Ohr. Mit dem Finger zeigte er immer wieder auf Rodriguez und zollte dem sechsfachen WM-Torschützen Respekt. Das konnte in diesem Moment die Tränen von James nicht trocknen, aber es war eine Geste, die zeigte, für was die Weltmeisterschaft eigentlich steht: Für Emotionen und Leidenschaft, für ein gemeinsames Erlebnis weit über Ländergrenzen hinweg. Das ist Fußball. Das ist schön.

Fotocredit: Getty Images Sport – Pool

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