Umfrage: Brasilien vor der WM

WM 2014

Umfrage: Brasilien vor der WM

05.06.2014 | 4:07 | Kerstin

Heute in einer Woche beginnt die Weltmeisterschaft in Brasilien. Brasilien, das Land des Fußballs? Demonstrationen, Ausschreitungen und Protestaktionen gegen die WM im eigenen Land ließen daran insbesondere im letzten Jahr Zweifel aufkommen. Die Frage, ob die eigene Bevölkerung diese Heim-WM überhaupt will, erscheint immer aufdringlicher. Brasilien ist in jeglicher Hinsicht vielschichtig – gerade was die Zusammensetzung der Bevölkerung angeht, Kontroversen sind also selbstverständlich.
Aber welche Meinungsbilder zeichnen sich denn nun ab? Kurz vor dem Turnier sprach Die Spielerfrau mit Brasilianerinnen und Brasilianern.

Rio de Janeiro wird mit dem geschichtsträchtigen Stadion Maracanã ein Hotspot der WM sein. Hier traf Die Spielerfrau Mauro Bender. Mauro kommt ursprünglich aus dem Süden Brasiliens. Heute ist der 38-Jährige mit dem Traum vom Surfen Besitzer eines Hostels und einer Surfschule. Und auch wenn das Wellenreiten seine wohl größte Leidenschaft ist, erfahren wir, dass er ein ebenso passionierter Fußballfan ist.

Die WM im eigenen Land

Ja, auch Mauro sieht die WM als nicht vollkommen unproblematisch an. „Eine Mischung aus Missmanagement und Korruption“ spiele bei der Mehrheit brasilianischer Großprojekte eine große Rolle. Dass dabei Missmut in der Bevölkerung aufkomme, sei quasi programmiert. Nichtsdestotrotz: Verstehen kann er die andauernden Protestaktionen nicht. Dass es möglicherweise während der WM zu Ausschreitungen kommen könnte, hält er für schädlich. Gerade für die Außendarstellung Brasiliens.
Er betont ausdrücklich, dass natürlich jeder das Recht habe, seine Meinung kundzutun. „Das kommt aber zu spät.“ Entsprechende Proteste hätte es in seinen Augen während der Bewerbungsphase für die WM geben müssen. Außerdem erzählt er uns davon, dass er sich noch zu gut daran erinnern könne, wie die Leute in Rios Straßen den WM-Zuschlag feierten.
Während der WM sind die Augen der Welt auf Brasilien gerichtet. Diesen Moment wollten die Demonstranten für sich nutzen. Er gibt uns zu verstehen, dass er das für fatal halte und verweist abermals darauf, dass dies für das Image Brasiliens kontraproduktiv sei.
Mauro kommt aus der Touristikbranche. Als Hostel-Besitzer (während der Spiele in Rio 100% Auslastung) und Betreiber einer Surfschule lebt er von Urlaubern und ist auf ausländische Besucher angewiesen. Natürlich spielen diese Aspekte aus seiner Perspektive heraus eine große Rolle – das gibt er selbst zu.

Nun ist er aber nicht nur Touristiker, sondern auch ein riesengroßer Fußballfan. Dass er die WM nicht vor Ort verfolgen kann, ist persönlichen und geschäftlichen Gründen geschuldet. Er wird am 11. Juni Brasilien gen Neuseeland verlassen. Und dennoch: Er wird sich jedes Spiel der brasilianischen Elf (und so viele andere Begegnungen wie möglich) ansehen und das Turnier sehr eng verfolgen. Er fügt hinzu: „Wäre ich während der WM in Rio, wäre ich ganz vorne beim größten Fanfest an der Copacabana dabei (lacht). Und wer wird Weltmeister, Mauro? –„Brasilien! Ich glaube fest daran.“

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