Tomme talks Tacheles: Jogi’s Fehler

Jogi's Taktik-Sperenzien

Tomme talks Tacheles: Jogi’s Fehler

04.07.2014 | 12:40 | Kerstin

Trotz einer bisher recht passablen WM unseres Teams ist “Spielerbashing” derzeit schwer in Mode. Mesut ist beispielsweise “schon immer abgetaucht wenn es wichtig wurde”. Höwedes “einfach ein Holzbock”. Und wer denkt, die Jubelschreie nach Mustafis verletzungsbedingter Auswechslung waren Einbildung, sollte einfach kurz auf dessen sogenannter Facebook “Fanpage” vorbeischauen. Die Fehlpässe der eigenen Lieblinge bleiben dagegen traditionell gnadenlos unkommentiert. Es ist einfach herrlich, Fußballfan und Hobby-Bundestrainer zu sein.
Das eigentliche Bashing sollte allerdings dem Original zuteil werden. Der seit dem USA-Spiel nur noch als “Wet-T-Shirt”-Model bekannte Bundes-Jogi (nur er und Miley Cyrus streichen sich so aufreizend lasziv durchs nasse Haar), stellt ein weiteres Mal seine egomanen Züge zur Schau.

Kurzer Faktencheck:
- Wir haben ein Überangebot an herausragenden Mittelfeldspielern (auch an defensiven).
- Dafür eine löchrige Abwehr.
- Die Welt beneidet uns um den besten Außenverteidiger des Planeten.

Selbst Menschen, die mit Mathematik wirklich (wirklich, wirklich) auf dem Kriegsfuß stehen, könnten diesen einfachen Dreisatz lösen. Die Grundidee: Lahm mit seiner Spielintelligenz im Mittelfeld einzusetzen, mag erstmal clever erscheinen. Die Realität: Lahm umgeben von herrlicher Flora und Fauna, und nur ein paar Meter weiter hinten ist Waldbrand angesagt. Großflächig! Keine Ahnung, woher die Vorliebe für fast ein halbes Dutzend Innenverteidiger pro Spiel kommt. Zu viele kuschelige Interna interessieren uns auch gar nicht.

Denn eigentlich stellt sich die Weltmeistergleichung doch von alleine auf:
Kapitänchen nach hinten = im Mittelfeld kein Qualitätsverlust = Abwehr dicht = Titel, wir kommen

Je mehr Experten (sogenannte und echte) dies fordern, desto sturer hält der Tim Toupet der Trainerszene allerdings an seiner Spielidee fest. Eher feiern Liliana und Lothar ein Liebescomeback, als dass er diese Entscheidung revidieren würde. Es reicht ihm nicht, den WM-Titel zu gewinnen. Der Titel muss gegen Widerstände und Besserwisser errungen werden, um dann nach dem Finale gedankenverloren zu „I did it my way“ (in seinem Kopf) und „We are the Champions“ (Stadionlautsprecher) über den Rasen des ehrwürdigen Maracanã zu stolzieren.
Da es allerdings nur einen Kaiser im deutschen Fußball gibt, wird dieses Szenario wohl weiterhin ein Traum bleiben. Dies musste man schon bei der EM 2012 schmerzlich beobachten. Auch damals sorgte der überraschende “taktische Kniff” mit Kroos auf der rechten Außenbahn für ungläubiges Staunen. Die Expertenwelt hielt davon so viel wie Felix Magath von Regenerationstrainingslagern… und sollte leider Recht behalten.

Ein Blick auf die Torjägerliste verrät, dass Benzema, Neymar und Messi momentan nicht gerade unter Abschlussängsten leiden. Somit bleibt für die kommenden drei Spiele zu hoffen, dass die eigene Offensive noch eine Schippe drauflegen kann und es vorne weiterhin müllert. Oder um es mit Friedhelm Funkel auszudrücken: Wir dürfen nicht mehr Tore kassieren, als der Gegner schießt.

Foto: Laurence Griffiths/Getty Images

 

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