Der BVB rutscht in den Tabellenkeller

Spieltagsanalyse

Der BVB rutscht in den Tabellenkeller

03.11.2014 | 12:35 | Annette

In Hamburg wurde fast gar kein Fußball gespielt, in München dagegen schon, jedoch nicht so, wie es sich der BVB gewünscht hätte. Aufatmen dagegen in Freiburg und Bremen: Juhu, der jeweils erste Saisonsieg ist da! Was sonst noch am 10. Spieltag in der Bundesliga passierte, erfahrt ihr bei uns.

Das war eine unnötige und unverdiente Niederlage“ (Markus Weinzierl)
Harte Fußballkost erwartete den Zuschauer bei der Partie zwischen Schalke 04 und dem FC Augsburg. Na klar, es war ja auch Halloween. Gruseln konnte es den Betrachter streckenweise bei der Leistung der Knappen, denen der FCA in allen Punkten überlegen war – mehr Torschüsse, mehr Flanken, mehr Ballbesitz. Nur am Toreschießen scheiterten die Augsburger. Das taten nämlich die Königlichen: Uschida setzte sich einmal auf außen durch und bediente mustergültig Klaas-Jan Huntelaar. 1:0 der Endstand, der den Spielverlauf komplett auf den Kopf stellte. So bilanzierte auch Benedikt Höwedes: „Wir haben drei Punkte eingefahren. Das ist positiv. Sonst hat man nicht viel Gutes von uns gesehen“. Außerdem wird den Schalkern bis zur Winterpause Julian Draxler aufgrund einer Muskelverletzung fehlen.

Der Rasen hat gebrannt“ (Heiko Westermann)
Wenig bis gar keinen Fußball gab es beim Spiel zwischen dem Hamburger SV und Bayer Leverkusen zu sehen. Im Vorfeld wurde viel über die Rückkehr von Hakan Calhanoglu in die Hansestadt diskutiert, der viel Gescholtene gehörte aber zu den besonneneren Vertretern auf dem Spielfeld. Da wurde geschoben, geschubst, gerangelt, debattiert, Rudel gebildet – selbst die Trainer konnten sich nicht zurücknehmen und gerieten aneinander. Rafael van der Vaarts Elfmeter zum 1:0 war in der ersten Halbzeit das einzige sportliche Highlight. Die Verantwortlichen der Werkself sprachen im Nachhinein gar von einer Treibjagd. Dem Hamburger SV wird das im Moment egal sein. Sie sammelten wichtige drei Punkte im Abstiegskampf und waren nach 211 langen Tagen endlich mal wieder im eigenen Stadion erfolgreich.

Durch meine beiden Fehler haben wir verloren“ (Neven Subotic)
Endlich wieder erfolgreich sein, das wollte auch Borussia Dortmund. Der Gegner an diesem Spieltag war aber ausgerechnet der FC Bayern München. Während der BVB in der ersten Halbzeit dem permanenten Druck der Münchner noch Offensivaktionen entgegensetzen und sogar durch Marco Reus mit 1:0 in Führung gehen konnten, sahen die Schwarz-Gelben in Durchgang zwei kaum noch Licht. Die Konsequenz: In der 72. Minute erzielte Robert Lewandowski den Ausgleich, bevor Arjen Robben per Elfmeter in der 85. Minuten den Schlusspunkt der Partie setzte. Ob der Abwehrschwäche – vor allem durch Neven Subotic – konnte selbst der überragende Roman Weidenfeller nichts mehr ausrichten. Der BVB verliert weiter den Anschluss nach oben und rangiert nun auf Tabellenplatz 17. Außerdem fällt Mats Hummels, der bereits in der Halbzeit ausgewechselt werden musste, für drei Wochen aus. Jürgen Klopp weiß: „Daran haben wir richtig zu knabbern”. Bayern München steht dagegen unangefochten an der Spitze.

Ich arbeite gut“ (Lucien Favre)
Damit hieß es für die größten Bayern-Jäger nur noch, nicht mehr Boden auf den Tabellenführer zu verlieren. Taten sie auch nicht. Als Verfolger Nummer eins entpuppt sich immer mehr Borussia Mönchengladbach. Gegen Hoffenheim gewann das Team von Lucien Favre mit 3:1 und machte seinem Trainer ein schönes Geburtstagsgeschenk. Überragender Mann auf dem Platz war Patrick Herrmann, der zwei Treffer selbst erzielte und einen vorbereitete. Damit hält die Serie der Fohlen: Sie haben in dieser Saison noch kein Pflichtspiel verloren.

Ein 8:5 hätte es richtig getroffen“ (Dieter Hecking)
Auch beim VfL Wolfsburg läuft es. Beim VfB Stuttgart fuhren die Wölfe mit 4:0 einen Kantersieg ein. Und stürmten nach dem fünften Sieg in Folge auf einen Champions-League-Platz. Dieter Hecking freut sich: „Wir haben ein tolles Fußballspiel gesehen.“ Einzig die Chancenverwertung seiner Mannschaft bemängelte er. Auf der anderen Seite zeigte die Partie aber auch ganz deutlich: Die Abwehr der Schwaben wackelt. Bedenklich. Während das Team von Armin Veh vergangene Woche die vier Treffer von Eintracht Frankfurt ausmerzen konnten und selbst fünf Tore erzielte, blieb der Offensive dieses Kunststück diesmal verwehrt – trotz mehr Spielanteilen, Kampfgeist und vielen Chancen. Veh konstatiert: „Man kann den Spielern nicht absprechen, dass sie alles versucht haben, aber wir müssen die Fehler abstellen.”

Wir müssen jetzt Woche für Woche so spielen“ (Admir Mehmedi)
Freiburg-Trainer Christian Streich blickt schon seit Längerem nicht mehr auf die Tabelle. „Ich schaue nicht mehr auf die Punkte, ich mach’s nicht mehr bis zum letzten Spieltag“, ließ er den Zuschauer bei einem Interview für Sky wissen. Die Spielerfrau kann ihm deshalb sagen: Nach dem 1:0-Sieg in Köln sieht es schon viel besser aus für die Breisgauer. Sie überholten in der Tabelle sogar Borussia Dortmund und schoben sich auf Platz 16. Doch viel wichtiger: Streichs Team konnte den ersten Sieg in dieser Saison erringen. Bei einer eher schwachen Partie gegen den Karnevalsverein, der zum ersten Mal im Trikot mit neuem Karnevals-Design auflief, offenbarten beide Offensivabteilungen große Schwächen. Die Entscheidung fiel dann passenderweise auch durch einen Strafstoß, den Darida sicher verwandelte.

Wir sind überglücklich“ (Viktor Skripnik)
Trainerentlassungen sind der einfachste Schritt eines Vereins, um ein Zeichen zu setzten. Trainerentlassungen führen aber auch wirklich – zumindest kurzfristig – zu einem positiven Wandel. So nun auch wieder zu beobachten bei Werder Bremen. Dutt ist weg, Skripnik ist da – nach dem Pokalsieg fuhr das Team an der Weser nun auch den ersten Bundesliga-Triumph in dieser Saison ein. 2:1 gewann es bei Mainz 05 und sieht damit wieder Licht am Ende des Abstiegstunnels.

Die Jungs haben eine brutale Eigenmotivation“ (André Breitenreiter)
Erst Arminia Bielefeld im Pokal und nun Paderborn in der Liga: Ostwestfälische Team bereiteten Hertha BSC in dieser Woche große Sorgen. Gegen den Aufsteiger verloren die Berliner mit 3:1. Das Bittere: Der Erfolg der Paderborner war zu keiner Zeit gefährdet. Die „Pokal-Versager“, wie die Hertha-Spieler von den eigenen Fans im Stadion begrüßt wurden, fanden kein Mittel gegen das kompakt stehende Team von André Breitenreiter, das durch seine Konter immer gefährlich war.

Das tut natürlich weh“ (Thomas Schaaf)
Das Pokal-Aus besser verkraftet hat Hannover 96. Gegen Eintracht Frankfurt, ebenfalls unter der Woche im Pokal gescheitert – gewannen die Niedersachsen mit 1:0. Der goldene Treffer erzielte allerdings Alexander Madlung – ein Eigentor in der 88. Minute. Der Hannoveraner Trainer Tayfun Korkut kündigte vor der Partie an: „Alle sind bereit, das Pokalspiel in Aalen vergessen zu machen“. Und er hatte Recht: lauffreudig, kombinationssicher, zweikampfstark – seine Mannschaft überzeugte.

Alle Ergebnisse im Überblick findet ihr hier.
Die Tabelle gibt es hier.

Foto: picture alliance / dpa

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