Who the hell is Thomas Schneider?

Nationalmannschaft

Who the hell is Thomas Schneider?

03.09.2014 | 1:21 | Natalia

Nach einer wochenlangen Phase der Spekulationen war es gestern endlich so weit: Jogi Löw gab den neuen Teamkapitän und den neuen Co-Trainer der Nationalmannschaft bekannt. Die Ernennung Schweinsteigers zum Kapitän darf getrost als einzig richtige Konsequenz aus der Entwicklung und dem unermüdlichen Einsatz Schweinis über all die Jahre und ganz besonders bei der WM bezeichnet werden. Aber wer ist dieser Thomas Meier … Schmidt … äh Schneider, der Hansi Flick ab Oktober ersetzen soll? Wir haben uns den neuen Mann an Jogis Seite einmal genauer angeschaut.

 

Ein Stuttgarter Bub
Im zarten Alter von zehn Jahren kam der heute 41-Jährige zum VfB Stuttgart und durchlief dort sämtliche Jugendabteilungen bis hin zur Bundesligamannschaft, der er ganze zwölf Jahre lang die Treue hielt. Lediglich für die letzten zwei Jahre seiner aktiven Karriere wagte er sich in die Ferne und ging eine Verpflichtung bei Hannover 96 ein.
Aber Schneider, der während seiner gesamten Laufbahn wiederholt von teils langwierigen Verletzungen geplagt worden war, kam auf lediglich acht Einsätze bei den Hannoveranern. Nachdem er immer wieder rheumaähnliche Schmerzen verspürt hatte und zuletzt eine Knöchelschwellung einfach nicht zurückgehen wollte, wurde in intensiveren Tests eine verschleppte Borreliose nach Zeckenbiss diagnostiziert. Thomas Schneider musste Antibiotika einnehmen, konnte dadurch nicht mehr an seine alte Form anknüpfen und wandte schließlich 2005 dem Profifußball den Rücken zu.
Sechs Jahre später kehrte er als Trainer in die alte Heimat zurück und übernahm nach zwei Spielzeiten als Nachwuchstrainer 2013 die Bundesligamannschaft – mitten im Abstiegskampf. Doch auch er konnte die Negativserie der Schwaben nicht beenden, darum war schon im März dieses Jahres wieder Schluss. Das bedeutete zunächst einmal: mehr Zeit für die Frau und den Sohn.

Nach Regen folgt Sonnenschein
Thomas Schneider hat nach seiner Entlassung bei Stuttgart nicht den Kopf in den Sand gesteckt. Er hat sich weitergebildet und unter anderem bei Arsenal und Augsburg hospitiert. Mit Markus Weinzierl ist er befreundet, seit die beiden 2010 gemeinsam in einem Lehrgang ihre Trainerlizenz erworben hatten.
In einem BILD-Interview einige Wochen nach der Vertragsauflösung wurde Schneider gefragt, ob er fortan nur noch Mannschaften aus der Ersten Liga trainieren wolle. Wollte er nicht. “Es kommt auf das Gesamtpaket an: Das Potenzial, die Gespräche, die Vereinsphilosophie. Auch das Zwischenmenschliche muss passen.” Mit dem DFB scheint alles gepasst zu haben. Mit gerade einmal 41 Jahren steigt Thomas Schneider nun in den deutschen Fußballolymp auf.

Jogi & Tommi – das neue Dreamteam?
Für Jogi Löw ist Thomas Schneider kein Unbekannter. Löw war von 1996 bis 1998 Trainer des VfB und führte das Team inklusive Schneider zum Pokalsieg. Die beiden dürften sich also gegenseitig in bester Erinnerung haben. Der Bundestrainer lobte die spielerischen Qualitäten des Verteidigers, und Schneider seinerseits war schon immer ein Fan taktisch orientierter Trainer.
Im Vorfeld der Bekanntgabe des neuen Assistenten hatte es selbstverständlich wilde Spekulationen gegeben. Marcus Sorg und Thomas Tuchel wurden unter anderem als mögliche Nachfolger von Hansi Flick gehandelt. Thomas Schneider stand angeblich kurz vor einer Verpflichtung bei 1860 München. Deshalb und weil viele mit einem Co-Trainer aus dem DFB-Nachwuchsbereich gerechnet hatten, gilt Schneider als Überraschungskandidat.
Bislang hält sich der DFB die Möglichkeit offen, einen weiteren Trainer für die Nationalmannschaft zu verpflichten. So oder so finden wir: Tommi und Jogi sind wie Topf und Deckel. Faust und Auge. Arsch und Eimer. Der zurückhaltende, aber bestimmte neue Co-Trainer wird sich perfekt in das System einfügen. Er wird den Taktikfuchs in sich ausleben, wird die Boss-Anzüge tragen wie eine zweite Haut und ganz nah bei den Spielern sein.
Ist ER the next Jogi? Kümmert sich der Bundestrainer vorausschauend um seine Nachfolge? Es wäre zu früh, um diese Fragen zu beantworten. Aber mit Thomas Schneider holt Löw einen sehr jungen, formbaren Kollegen ins Team, der ihm – findet ihr nicht? – ziemlich ähnlich ist.

Foto: dpa/firo Sportphoto

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