Paderborn soll erstklassig bleiben

Abstiegskandidat

Paderborn soll erstklassig bleiben

02.05.2015 | 8:35 | Natalia

Wer auf den Abstieg des SC Paderborn in die 2. Bundesliga tippt, kann sich im “Erfolgsfall” keine Top-Quote erhoffen. Den Aufsteiger aus der vergangenen Saison hat so ziemlich jeder für die Plätze 16 bis 18 auf der Liste – sogar wir in unserer höchst wissenschaftlichen Prognose. Aber irgendwie wäre es doch schön, wenn uns André Breitenreiter und seine Jungs am Ende der Saison Lügen strafen würden. Warum? Darum!

 

Der Underdog der Underdogs

SC Paderborn erstklassig bleibenHm, wer hätte denn noch so aufsteigen können in die Erste Liga? Greuther Fürth, der FCK, vielleicht sogar noch der KSC. Und dann kam Paderborn. Noch nie erstklassig, mit einem Witz von einem Kader (liebe Paderborn-Fans, damit meinen wir natürlich das Budget), einer absoluten No-Name-Truppe. Der SCP kickte noch nie ganz oben mit, und mit dem Aufstieg hätte wohl niemand gerechnet. Darum lasst es euch gesagt sein, ihr Fußballromantiker da draußen: Es wird vielleicht nie wieder einen derartigen Underdog in der Bundesliga geben. Wohlgemerkt ohne einen großen Zampano im Rücken. Wäre es nicht klasse, wenn diese Mannschaft eine zweite Chance bekäme?

Auf dem Teppich

Das Stadion ist eine Nussschale (15.000 Plätze), der wertvollste Spieler ist Moritz SC Paderborn MannschaftsabendStoppelkamp (2,5 Mio. Martkwert laut  transfermarkt.de), auf Facebook hat der SCP weniger Fans als der Deutsche Hanfverband. Klein-Klein statt dicke Hose. Die Spieler trainieren mit geistig behinderten Athleten, spielen beim Mannschaftsabend “Mensch ärgere dich nicht” und halten in der Bremen-Partie das Trikot ihres Kollegen Florian Hartherz hoch. Der 21-Jährige konnte nicht am Spiel teilnehmen, weil sein Vater überraschend gestorben war. Und irgendwie möchten wir uns gerne vorstellen, dass die Jungs an freien Tagen Kfz-Teile ihres Sponsors in den Corsas und Minis ihrer Freundinnen verbauen. Ganz normale Typen halt.

Selbstverständlich hat auch der SC Paderborn in Sachen Marketing und Imagepflege nachgerüstet. Aber lässig.
Lass mal ERSTKLASSIG bleiben – so lautet das Motto. So macht man das eben in Ostwestfalen-Lippe.

Warum denn eigentlich nicht?

Eine berechtigte Frage. Na gut, eine Serie von zehn sieglosen Spielen in Folge könnte ein schwer zu entkräftender Einwand sein. Auf der Haben-Seite stehen aber Siege zu Saisonbeginn, unter anderem gegen Hertha und Eintracht Frankfurt. Und natürlich der leidenschaftliche Auftritt gegen Bremen am Wochenende. Da spürten alle: Es ist mehr drin. Die Mannschaft will kämpfen, will sich auflehnen und nicht darauf spekulieren, dass andere noch erfolgloser sind. Obwohl das ja … wir sagen besser nichts.

Adé, André?

Einen Verein als Trainer in die Erste Bundesliga zu führen ist eine wertvolle Referenz. Alle haben gesehen: Der kann’s, der hat einen Draht zu den Spielern. Aktuell ist André Breitenreiter Inhalt wilder Spekulationen. Hannover 96 will ihn angeblich, doch der Coach dementierte bislang. Allerdings gab er bereits im Februar zu verstehen, nicht am Verein zu kleben und einem attraktiven Angebot durchaus folgen zu wollen.
Das sollte er sich gut überlegen, denn der SCP ist sein Karrierebooster als Trainer, und der Wechsel in einen krisengebeutelten Verein birgt Gefahren. Die Chance, dass Breitenreiter noch ein bisschen bleibt und auf die passende Offerte wartet, steigt mit dem Klassenerhalt. Darum lautet die Devise für Paderborn: Erstklassig bleiben und es allen zeigen.

Fotos: Facebook / SC Paderborn

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