Hessischer Bub in der weiten Welt

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Hessischer Bub in der weiten Welt

01.06.2014 | 1:23 | Annette

„Shkodran Mustafi? Der sagt mir nicht viel“, gab Philipp Lahm im März in Stuttgart beim Länderspiel gegen Chile zu und sprach damit den meisten Fußballfans aus der Seele. Wer ist er also, dieser Innenverteidiger, dieser Fels in der Brandung, der vom Bundestrainer nicht nur für den Test im Frühjahr nominiert, sondern auch in den vorläufigen WM-Kader berufen wurde?

Normal ist bei Shkodran Mustafis Karriereweg wenig. Bereits im zarten Alter von 14 Jahren verließ der Sohn albanischer Einwanderer seine hessische Heimat gen Hamburg. Drei Jahre verbrachte er beim HSV auf dem Internat. Das hat ihn stark gemacht. Das hat ihn geformt. Er musste früh erwachsen und selbstständig werden. Sein großes Ziel formulierte er schon damals: „Profi werden!“ Dafür ordnete er alles unter und verließ seine geliebte Familie. Sein Vorbild? David Beckham. Den bodenständigen Shkodran faszinierte weniger dessen Lifestyle, sondern der unermüdliche Trainingseifer. Bei diesem Idol verwundert es nicht, dass es Mustafi 2009 auf die Insel zum FC Everton zog, bevor er 2012 nach Italien zu Genua wechselte. Er ist mit seinen 22 Jahren schon viel herumgekommen, aber den Koffer für Südtirol, den hat trotzdem die Mama gepackt. Die habe einfach den besseren Überblick, schmunzelt Mustafi. Da hat er sich schon ganz der italienischen Lebensweise angepasst: Mama ist die beste. Neben den Sportsachen ist ihm sowieso nur das Handy wichtig. Das darf in der Tasche nicht fehlen. Natürlich.

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In Deutschland hatten ihn nur wenige auf dem Schirm, obwohl das Nachwuchstalent alle Jugendnationalmannschaften durchlief und schließlich 2009 mit der U17 Europameister wurde. Titel mit der Nationalelf? Mustafi kennt das Gefühl. Seine Mannschaftskollegen damals waren keine Geringeren als Marc-André ter Stegen und Mario Götze. Mit Letzterem hatte er gleich eine Bezugsperson im Trainingslager. Auch bei der WM? Morgen entscheidet Jogi über den endgültigen Kader, und Mustafi möchte dabei sein. In Brasilien. Für Deutschland.

Das albanische Trikot zu tragen, kam ihm nie in den Sinn, schließlich sei er ja in Deutschland geboren und aufgewachsen. In die Heimat seiner Eltern geht es nur im Urlaub, und den verbringt er momentan allein. Also aufgepasst, liebe Spielerfrauen: Der gute Mann ist noch Single und sucht seine Herzensdame! Wenn es nach Mustafi geht, müssen die freien Tage – mit oder ohne Begleitung – aber erst einmal warten. Bis Mitte Juli. Oder so. Wir wünschen es ihm!

Fotos: PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images

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